18. März 2008

Erlebnisse in Wales

vor einigen wochen hatte ich ein einwöchiges austauschprojekt an der südküste von wales.
bisher hatte ich es noch nicht geschaft, den bericht darüber zu schreiben, aber hier ist er endlich:

Meine einwoechige reise nach wales war super. Es war wieder so ein internationales austauschprojekt, diesmal aber ein training mit dem thema „altering attitudes”. Es ging also um vorurteile und diskriminierung im alltag und was man dagegen tun kann – angefangen bei einem selbst. Wir hatten sehr spannende diskussionen untereinander und auch in der ganzen gruppe. Insgesamt waren wir ca 20 leute aus litauen, oesterreich, spanien, wales, rumaenien und bulgarien.

Aber ich fang am anfang an :) zusammen mit meinen zwei kolleginnen alice (nicht meine mitbewohnerin, sondern ne andre) und andreea kam ich mittags in london an. Bis zum treffen mit dem rest der gruppe hatten wir ca zwei stunden zeit. Also sind wir durch london gehetzt, um ein paar sehenswuerdigkeiten zu erhaschen und einfach die zeit so gut wie moeglich zu nutzen. War natuerlich viel zu kurz und wir sind am buckingham palace, big ben und westminster abbey vorbei gehastet. Allerdings hatte andreea immer noch genug zeit von sich in allen moeglichen posen jeweils zig fotos zu machen. Andreea vorm palast, andreea am springbrunnen, andreea in der telefonzelle... ich hab mich drauf beschraenkt, die gebaeude selbst zu knipsen. Ich bin ja nicht son fan von mir auf fotos ;-) schlimm genug, dass wir so richtig touristenmaessig aufgefallen sind. Ich mag das gar nicht. staendig wurden wir von den stadttour-busfahrern angesprochen und zum einsteigen eingeladen.

Anschliessend trafen wir bei der victoria station auf den rest der gruppe und weiter gings per kleinbus (wirklich klein! Meine beine hatten kaum platz und es war echt unbequem) fuenf stunden lang an die walisische suedkueste. Gegen 11 uhr nachts kamen wir dann an – in stackpole, irgendwo am ende der welt. Das stackpole-haus stand einsam und allein oben auf einem berg, umgeben von einem kleinen wald und einem huebschen fluesschen, das direkt nach ca 10 minuten fussmarsch zum atlantik fuehrt. Dort sind wir am naechsten vormittag auch hingewandert. Und es war herrlich. Nur natur um uns herum, voegel zwitschern, herrlichster sonnenschein! Nach dem ganzen dreck, stress und gedraenge in bukarest hab ich das wirklich sehr genossen. Der atlantik war zwar sehr kalt aber tapfererweise hab ich dann doch mal meine fuesse reingehalten :) eine wunderschoene landschaft auf jeden fall. Wir hatten auch eine sehr gute gruppe. Die leute aus litauen waren alle sehr lustig und mit denen verstand ich mich auch am besten. Die spanierinnen konnten kaum englisch, daher war es etwas schwierig, aber so im ganzen hatten wir ein gutes gruppenklima.


Wie schon gesagt, diskutierten wir sehr viel und machten viele uebungen, bei denen man wirklich viel nachdenken musste, auch ueber sich selbst und es war sehr interessant, was dabei rauskam. Oft hatten wir sehr hitzige diskussionen ueber bestimmte themen. Aber unsere gruppenleiter hatten alles top im griff und die diskussionen blieben zivilisiert ;-) als freizeitbeschaeftigungen hatten wir im stackpole-haus ein kleines schwimmbad, einen whirlpool und eine sauna. Ich widmete mich aber lieber den artistischen angeboten. Fast alle aus der wales-gruppe waren in ihrer freizeit in einer zirkusgruppe aktiv und zeigten mir da einige tricks. Ich versuchte mich im jonglieren mit baellen und keulen, im einradfahren (lief ganz miserabel...), im poi-schwingen (das sind diese laengeren baender, die man in kreisen um sich herum wirbelt). Am besten gefielen mir aber die sprungstelzen. Die waren zwar unglaublich anstrengend, weil man sich hauptsaechlich huepfend fortbewegt und auch staendig in bewegung bleiben muss, um nicht umzufallen, das machte aber total viel spass und nach kurzer uebung konnte ich schon ohne hilfe mit riesenschritten durch die halle huepfen.

Auch unser interkultureller abend war toll. Jedes land hatte traditionelles essen vorbereitet und wir verbrachten die ganzen abend essend und erzaehlend. Anschliessend praesentierten dann alle noch ein lied und einen tanz aus ihrem land, was vor allem beim litauischen tanz sehr lustig war, da der tanz hauptsaechlich aus rennen, stampfen und springen bestand. Zum glueck hatten unsere leiter erbarmen und am naechsten tag begann unser programm erst spaeter, da wir noch bis in die fruehen morgenstunden zusammen getanzt und geredet hatten.

Zuwachs

da bin ich mal wieder und es gibt so viel zu erzählen. dabei müsste ich noch einiges aus der letzten zeit aufholen, das ich bisher noch nicht aufschreiben konnte.
aber ich jetzt doch erst einmal von den neuesten entwicklungen.

zunächst bin ich umgezogen. in dem studentenwohnheim gab es in der letzten zeit immer wieder (unausgesprochene) konflikte mit alice und alexandra. daher hab ich die gelegenheit genutzt, als meine chefin für die neu ankommenden freiwilligen ein neues apartment gemietet hat und bin dort einfach auch mit eingezogen. die ersten zwei wochen hatte ich ein richtig schönes und vor allem grosses apartment ganz für mich alleine. und letztes wochenende war es dann soweit:
paolo aus italien, karine aus frankreich und jens-jakob ("jj") aus dänemark kamen an.
seitdem wohnen wir jetzt also zusammen in dem apartment.

mit karine teile ich mir ein zimmer. ihr englisch ist nicht so gut, aber ich denk, wir werden uns aneinander gewöhnen. sie scheint ganz nett zu sein. und kann auch schon ein bisschen rumänisch, weil ihr bruder hier in bukarest lebt (oder gelebt hat) und sie letztes jahr schon mal für mehrere monate hier wohnte. auch paolo, der italiener ist nett (zumindest auf den ersten blick... wer weiss welche tiefen dunklen seiten er verbirgt...*g*) aber sein englisch ist echt schlecht. ich muss jeden satz ganz langsam sagen und die meisten vokabeln nochmal anders umschreiben, weil er sie nicht kennt. naja, mal sehen, wird schon werden, irgendwie.

zuerstmal hab ich paolo geschirrspülen beigebracht. der hat das echt nicht hingekriegt. in einer tasse, in der vorher nur tee war, war nach seinem "putzen" (das fast 5 minuten gedauert hat) immer noch unten der boden schmutzig. und nach dem ausspülen stellt er die tassen neben den geschirrhalter und meint dann, es sei kein platz mehr. und die tassen hat er auch nicht kopfüber hingestellt, wie es ja eigentlich normal ist, damit sie trocknen, sondern so, als würde man draus trinken wollen. sehr seltsam... allgemein wirkt er etwas verwirrt ;-) aber echt putzig. jens-jakob ("jj") aus dänemark ist richtig cool. ich denke, wir werden eine gute gemeinschaft haben. wir haben schon geplant, wie wir zusammen essen einkaufen und jj dann für uns kocht. er hat nämlich die letzten zwei jahre als koch gearbeitet. nur mit dem aufräumen hat ers nicht so... mal sehen...
und alle drei rauchen wie die schlote. das ist etwas nervig für mich als einzige nichtraucherin, aber wenigstens machen sies auf dem balkon.
unsere willkommensfeier am sonntag abend war nur im kleinen kreis. sechs andere actor-freiwillige waren da und später kam dann auch noch eugenia mit stefanita und den zwei söhnen. wir haben viel geredet, auch als alle dann weg waren. am montag war ich dann den ganzen tag (naja, was heisst den ganzen. nach 12 uhr erst, weil sie alle bis mittag gepennt haben) in bucharest unterwegs und ich hab ihnen die wichtigsten dinge gezeigt, ein transportmittel-abo besorgt und ein paar sachen erklärt.

morgen früh gehts dann erstmal in die berge für 5 tage zum on-arrival-training. danach haben die neuen dann noch eine weitere woche frei und dann beginnt ihre arbeit. also das vorbereiten ihrer promotions-tour über den freiwilligendienst, die in verschiedenen schulen und unis in bukarest und umgebung stattfinden wird.
und dann anfang april kommt ja auch schon der nächste schwung freiwilliger: zwei italiener, eine deutsche und ein portugiese. wir sind dann also ein richtig internationaler haufen. ich bin gespannt.

24. Februar 2008

Chaos im Krankenhaus

Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier schon mal davon berichtet habe, falls doch habt ihr es wahrscheinlich eh schon wieder vergessen, sodass ich es ruhig nochmal schreiben kann ;-)

Fuer das Krankenhausprojekt, fuer das ich verantwortlich bin hatte ich schon immer schwierigkeiten, andere Freiwillige zu finden, die mit mir dorthin gehen. Das Krankenhaus liegt etwas ausserhalb in Bukarest und man braucht ziemlich lange, um dorthin zu kommen. Ausserdem ist die Gegend dort ziemlich arm und nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr so sicher. Daher ist dieses Krankenhaus nicht sehr beliebt bei den Freiwilligen, aber ich mag es sehr – es ist mein Lieblingsprojekt gleich nach meinem Chitila-Tagescenter. Daher versuche ich immer neue Leute zu rekrutieren und stuerze mich auf neue Freiwillige. So auch in dieser Woche. In ACTOR hatten wir drei neue rumaenische Freiwillige, drei ganz schicke Maedels, die sich fuer die Arbeit in den Krankenhaeusern interessierten. Die schnappte ich mir gleich und nahm sie am Donnerstag mit in mein Krankenhaus. Schon als wir die Gegend erreichten fuehlten sich die drei unwohl und jammerten, als sie mit ihren Stoeckelschuhen durch den Matsch laufen mussten und neben den aermlich gekleideten Leuten in ihren schicken Outfits schon ziemlich herausstachen. Im krankenhaus selbst war es nicht viel anders. Wir hatten an diesem Tag eine sehr grosse Gruppe hauptsaechlich Jugendlicher und ich kann schon nachfuehlen, dass so eine Uebermacht etwa Gleichaltriger beim ersten Mal etwas einschuechternd sein kann. Ich hatte ihnen schon vorher mein geplantes Programm fuer heute und was sie tun sollten erklaert. Aber trotzdem ruehrten sie sich nicht von der Stelle, als wir dann bei unserer Gruppe waren, standen dicht aneinander gedraengt zusammen und schienen sich hinter mir verstecken zu wollen. Also versuchte ich ihnen verschiedene Aufgaben zuzuteilen und Anweisungen zu geben, damit sie sich vielleicht besser integrieren koennen. Aber die Maedels schienen da echt Probleme zu haben. Bei jeder Gelegenheit scharten sie sich zusammen und schauten mich veraengstigt an. Ich wusste nicht, ob ich das lustig oder aergerlich finden sollte. Selbst als ich die grosse Gruppe aufteilte und mit einer der Freiwilligen zusammen in einer kleiner Gruppe von 5 Jungs ein Spiel begann, machte sie keine Anstalten mal von selbst etwas zu tun und als ich ihr dann eine Anweisung gab, schaute sie mich nur mit grossen Augen an und sagte „das verstehe ich nicht“. Also musste ich mit meinem holprigen rumaenisch alles alleine machen, was bei so einer grossen und laermenden Gruppe echt schwierig war. Die Jugendlichen selbst hatten die Unsicherheit und Verschuechterung der Maedels auch bemerkt und vor allem die Jungs machten Witze ueber sie, was ihre Situation natuerlich nicht unbedingt verbesserte. Die Maedels jedenfalls waren heilfroh als die Stunde endlich um war und sie gehen konnten. Und ich auch. Die Maedels waren ja fast anstengender gewesen als die Gruppe Jugendlicher.

Deutschland und ich

Waehrend der stressigen Examenszeit lief bei ACTOR ziemlich viel auf Sparflamme, da die meisten vor lauter Lernen einfach keine Zeit hatten. Dafuer hatte ich umso mehr zu tun, da ich oftmals einspringen musste oder ein andres Programm erstellen sollte.

So zum Beispiel in dem Militaer-Kindergarten, in den ich sonst immer jeden Morgen mit meiner Kollegin Andreea gehe. Da es fuer Andree aber unmoeglich war, zu kommen und das Kindergatenprojekt aber trotzdem nicht ausfallen sollte, bekam ich den Auftrag, fuer die Kinder eine Art interkulturellen Vortrag zu halten – ueber Deutschland. Da musste ich mir echt was einfallen lassen. Was interessiert Kinder denn im Alter von 3 Jahren, noch dazu ueber ein Land, von dem sie bisher vielleicht noch gar nichts gehoert hatten. Und wie kann ich sie eine ganze Stunde lang bei der Stange halten? Sicherlich nicht mit Fakten ueber den hoechsten Berg und das Regierungssystem. Ich habe lange hin und her ueberlegt und auch erstmal selbst im Internet suchen muessen, was eigentlich „Deutschland“ bzw die „deutsche Kultur“ ausmacht. Wenn man ueber das, was fuer einen voellig normal und selbstverstaendlich ist, was erzaehlen soll, sieht man meist den Wald vor lauter Baeumen nicht. Mir ist wirklich nichts eingefallen, ausser den gaengigen Stereotypen wie Lederhosen und Bier.

Schliesslich war es aber vollbracht. Nach stundenlanger Arbeit und Malerei (Eugenia wollte kleine Deutschland-Flaggen fuer jedes Kind haben, die musste ich natuerlich selbst basteln) hatte ich ein interessantes und lustiges Programm zusammen gestellt. Es hatte nicht so viele Fakten ueber Deutschland, da das die Kinder ja wirklich nicht interessiert, sondern viele persoenliche Geschichten und Anekdoten, ein Maerchen der Gebrueder Grimm (die Bremer Stadtmusikanten), das die Kinder dann auch mit Feuereifer und einem Heidenlaerm nachspielten und auch ein lustiges Spiel (Topfschlagen mit „Kinder“-Schokolade als Preis). Die Kinder waren begeistert und auch Eugenia hats gut gefallen. Sie erzaehlte dann allen andren ACTOR-Freiwilligen die es hoeren wollten oder auch nicht, wie toll ich das gemacht haette. Und in ihrer Euphorie hatte sie auch gleich noch die tolle Idee, das auszubauen und mich noch in Schulen mit meinem (dann etwas abgeaenderten) Programm zu schicken. Ich weiss ja nicht, was ich davon halten soll. Aber wahrscheinlich verlaeuft sich das wieder. Eugenia hat viele solcher Einfaelle in ihrer Euphorie, die sie dann aber (meist zum Glueck fuer die armen Freiwilligen) schnell wieder vergisst.

was andere so treiben

Es ist an der zeit, mal wieder aus meinem spannenden leben zu berichten. Es hat sich mal wieder einiges getan.

Aber bevor ich die momentanen Ereignissen erzaehle, muss ich erst noch von einigen Dingen vor ein paar Wochen berichten, fuer die ich bisher noch nicht die Zeit hatte.

Zum ersten mal seit ich hier in rumaenien bin war ich richtig krank. Ich weiss zwar nicht genau was es war, aber ich vermute mal ne Magen-Darm-Grippe. Mir ging es richtig hundeelend, ich konnte nichts andres machen als frierend bei voll aufgedrehter heizung und drei pullis an im Bett liegen und bloss beim Gedanken an Essen wurde mir schlecht. Alices Schwester, die gerade zu Besuch war hat mir dann immer Tee ans Bett gebracht, da ich wegen meinem ueblen Brummschaedel und Beinen wie Pudding nicht mal aufstehen konnte.

Aber anscheinend hat diese konsequente Bettruhe was geholfen. Am naechsten Morgen fuehlte ich mich zwar noch etwas schwach, aber wieder frisch und munter und am Nachmittag gings mir schon wieder blendend.

Am darauffolgenden Wochenende veranstaltete das Bukarester Naturkundemuseum eine Sonderausstellung ueber Dinosauerier und da war ACTOR natuerlich auch mit dabei. Vier Stunden lang bastelten wir mit mehreren Kindergruppen Origami-Dinosaurier und veranstalteten Wettbewerbe. Es war ein heilloses Chaos und viel Laerm bei so vielen Kindern und wir hatten alle Haende voll zu tun, da deren Eltern ihre Sproesslinge vertrauensvoll in unsre Haende gegeben hatten um selber mal ne ruhige Minute zu haben. Aber es machte auch viel Spass und im Anschluss sah ich mir auch noch zusammen mit zwei andren ACTOR-Maedels das ganze Museum an, ohne Eintritt zahlen zu muessen.

Fuer die naechste Woche hatten sich zwei deutsche Freiwillige aus Suceava (im Norden Rumaeniens) bei mir angekuendigt. Sie waren unzufrieden mit ihrem Projekt und sind nun auf der Suche nach einem neuen. Dafuer besuchen sie einige Projekte in ganz Rumaenien und wollten eben auch mit mir zusammen in meine Krankenhaeuser gehen. Am Montag besuchten sie das Projekt von Claudia, einer Freiwilligen, die ich auch schon von der Feier einer andren Deutschen hier in Bukarest kannte. Das Projekt hoerte sich interessant an und da ich an diesem Tag vormittags frei hatte, begleitete ich Anna und Arne (die zwei aus Suceava).

Claudia arbeitet in einer Kerzenwerkstatt fuer geistig Behinderte. Sie sind 20 Jahre oder aelter, sind im Geiste aber noch kleine Kinder oder koennen sich nicht richtig artikulieren. Auch zwei mit Down-Syndrom sind dabei. Die Kerzenwerkstatt ist zum einen fuer sie ein Ort, wo sie angenommen werden (viele der Eltern waren mit ihren Kindern ueberfordert und haben sie in Heime geschickt oder manche wurden auch auf der Strasse gefunden) und eine sinnvolle Beschaeftigung haben. 8 Stunden am Tag arbeiten sie in der Werkstatt und stellen Kerzen her, die dann auch verkauft werden. Die Kerzen sehen richtig toll aus und ich habe mir auch ein paar mitgenommen. Gegruendet wurde die Werkstatt vor sieben Jahren von einem Deutschen, der das Projekt zusammen mit seiner Frau leitet. Ausserdem gibt es in der Werkstatt auch eine Psychotherapeutin, die die Menschen betreut. Claudia selbst arbeit auch mit ihnen und hilft z.B. dabei, lesen zu lernen, den Weg nach Hause allein finden zu lernen und sich sprachlichbesser auszudruecken. Mich hat das Projekt sehr beeindruckt und ich fand die Arbeit toll. Ziel der Werkstatt ist es, den Menschen, die dort arbeiten zu helfen, selbststaendiger zu werden und so vielleicht irgendwann sogar eine „normale“ Arbeit beginnen zu koennen. Und es gibt auch viele kleine und grosse Erfolge. Und jedes Jahr veranstaltet die Werkstatt im April etwas besonderes zur „Nacht der Kerzen“. Im vergangen Jahr war es eine ca zwei Meter hohe Kerze, die dann feierlich angezuendet wurde. Dieses Jahr soll es eine ganz breite Kerze mit 200 Dochten werden.

Eine Weile konnten Anna, Arne und ich den anderen zusehen, wie sie ihre Arbeit begannen und z.B. die Kerzenformen saeuberten oder Dochte flochten. Anschliessend konnten wir uns auch selber mal am Dekorieren einer Kerze mit farbigen Wachsplatten versuchen. War gar nicht so einfach, war fuer mich aber ne tolle Erfahrung und ich hab mich mit meinem holprigen Rumaenisch auch ein bisschen mit den andren unterhalten. Ich moechte das Projekt gern mal wieder besuchen, da ich es wirklich toll dort fand und mich auch das Kerzenmachen selbst total interessiert :)

Ich habe auch gleich Kontakte geknuepft und mit meiner Leiterin Eugenia gesprochen, sodass wir jetzt fuer unsere Osteraktion einige Kerzen in der Werkstatt bestellen werden. Ich darf fuer diese Kerzen jetzt ein Motiv entwerfen... bei sowas bin ich ja ganz unkreativ... mal sehen, was mir so einfaellt.

Nach der Kerzenwerkstatt gingen Anne, Arne, Claudia und ich zusammen weiter zu Almut. Almut ist auch eine deutsche Freiwillige, die in einem Atelier fuer stark hospitalisierte Kinder arbeitet. Dort macht sie verschiedene Aktivitaeten mit den Kindern (wobei „Kinder“ ja eigentlich das falsche Wort ist. Sie sind ja auch um die 20 Jahre alt, nur eben im Verhalten und von der Entwicklung her noch Kinder). Allerdings konnte ich nicht so lang bleiben, da ich zu meiner eigenen Arbeit losmusste.

2. Februar 2008

Lisa bei den wilden Hühnern

Im Moment sind die Studenten Rumäniens schwer beschäftigt, denn es ist Examenszeit. Und bei ACTOR läuft alles ziemlich auf Sparflamme, weil eben niemand Zeit hat. Die Projekte laufen allerdings weiter. Und was macht man am besten, wenn man selber keine Zeit für seine Projekte hat? Genau, man schickt die EFD-Freiwillige, sprich mich, hin, dafür hat man sie ja. Daher hatte ich also vergangene Woche das besondere Erlebnis, drei Grundschulklassen (zwei erste und eine vierte Klasse) mit je ca zwanzig aufgedrehten Kindern ganz allein am Nachmittag zu beschäftigen.
So rein von sprachlichen her war das eigentlich nicht das Problem. Mittlerweile kann ich genug Rumänisch (zumindest im Bezug auf Origami etc), um auch allein zurecht zukommen.
Zwei der drei Klassen klappten auch ohne Probleme und ich kam gut mit den Kindern zurecht. Nur eine Klasse, oder besser gesagt ein einzelner kleiner Junge namens Razvan hat mich wirklich fast den letzten Nerv gekostet. Nicht nur, dass er ständig von seinem Platz aufsprang, durchs Zimmer rannte, die anderen Kinder mit Papierrollen schlug und sich dann schreiend auf den Boden warf, er steckte auch einige der anderen Jungs an und so hatte ich dann mit drei bis vier wildgewordenen Kindern zu kämpfen, während ich noch gleichzeitig dem Rest der Klasse versuchte, die Origami-Schritte zu zeigen und dann anschließend bei jedem einzelnen zu verbessern. Das war nämlich auch nicht so einfach. Die Kinder konnten es anscheinend nicht abwarten, bis ich zu ihnen kam und rannten alle sofort vor zu mir, bildeten dann einen lärmenden Haufen um mich herum und jeder streckte mir wild fuchtelnd seine Bastelei entgegen. Nach mehrmaliger eindringlicher Aufforderung setzten sich die meisten dann aber doch wieder auf ihre Plätze und den wild gewordenen Jungs drohte ich an, ihre Bastelei wegzunehmen, wenn sie nicht aufhörten. Das half dann auch für kurze Zeit – jedoch nicht bei Razvan. Als ich ihm seinen Papier-Dinosaurier dann nämlich wegnahm, begann er, seinen Tisch und Stuhl umzuschmeißen. Daraufhin fingen dann die anderen Kinder das Schreien an (wer weiß, was sie sonst von ihm gewohnt sind...) und ich versuchte es mit ignorieren, nachdem ich die anderen wieder ruhig stellen konnte.
Ein andres Mädel aus der Klasse machte mich auch fast wahnsinnig. Sobald ich ihr eine Faltung gezeigt hatte, rannte sie zu allen anderen Kindern, entriss ihnen ihre Bastelei und wollte es ihnen verbessern. Sie war davon nicht abzubringen. Und anscheinend hatte sie mit Razvan noch eine Rechnung zu begleichen, denn als er sich seinen Dinosaurier wieder holen wollte, zerriss sie ihn einfach. Daraufhin war er überhaupt nicht mehr zu bändigen, randalierte und warf sich heulend auf seinen Tisch. Die anderen Kinder scharten sich dann alle um ihn und begannen mit schadenfreudigem Hohngesang. Das kriegte ich dann allerdings wieder in den Griff und nachdem Razvan erstmal keinen Mucks mehr von sich gab, konnte ich den Rest der Stunde relativ ungestört zuende bringen. Uff...
Zum Glück waren die beiden anderen Klassen ganz anders. Dort hatte ich überhaupt keine Probleme mit den Kindern oder dem Programm und die Kinder waren sogar so motiviert, dass sie die Faltungen wieder und wieder machen wollten, um sie sich gut zu merken.

Nächste Woche bin ich dann noch dreimal allein in einem Kindergarten. Das wird auch ein Spaß... naja, was einen nicht umbringt... ;-)

28. Januar 2008

Alles neu macht der Januar

Ich glaube, ich sollte mal wieder etwas schreiben. Habe mich ja lange nicht gemeldet und es gibt sehr viel zu erzählen. Wo fange ich denn am besten an?
Von der Weihnachtsaktion in den Krankenhäusern habe ich ja eigentlich schon bei meinem „Heimaturlaub“ allen erzählt, die diesen Blog hier lesen könnten, daher lasse ich das einfach mal aus, da würde ich wahrscheinlich Jahre drüber schreiben können :-) Kurz zusammen gefasst war es aber auf jeden Fall sehr erfolgreich und schön. In einem (sehr großen) Krankenhaus mussten wir zwar ziemlich von Zimmer zu Zimmer hetzen und uns sogar aufteilen, um alle Kinder in dem vom Krankenhaus gegebenem Zeitlimit zu erreichen, das hat mir nicht so gut gefallen. Aber wir waren auch in einer Tagesstätte für behinderte Kinder, was ich sehr beeindruckend fand. Die Kinder haben sich je nach Möglichkeit so richtig ins Zeug gelegt und Gedichte vorgetragen, Lieder gesungen und sich festlich herausgeputzt. Auch in „meinem“ Krankenhaus bekam unser Weihnachtsmann Misha eine richtig tolle Vorführung der Kinder geboten. Ich war die ganze Zeit mit der Kamera dabei und habe für den geplanten Film über diese Aktionen Aufnahmen gemacht. Zusammen mit meinem ACTOR-Kollegen Stefan (der Filmschnitt studiert) werde ich demnächst dann noch die Aufnahmen bearbeiten und einen Film zusammen stellen, der unsere Arbeit schön dokumentiert, damit wir auch weiterhin von Sponsoren Unterstützung erhalten oder das vielleicht auch noch ausbauen können. Dafür musste ich dann allerdings auch die kranken Kinder in Nahaufnahme festhalten, das Leid, die Tränen, die Schmerzen. Das war mir schon sehr unangenehm, ich kam mir wie ein Schaulustiger vor.

Über Weihnachten und Sylvester hatte ich dann nach langem Hin und Her mit meiner Organisationsleitung meinen Urlaub zuhause in Deutschland erkämpft (Stefanita war der Meinung, ich sollte die freie Zeit nutzen und Rumänien erkunden) und kehrte Anfang Januar wieder nach Bukarest zurück. Die ersten Tage fielen mir schon ziemlich schwer. Mit einem mal wieder von der vertrauten Umgebung weg, an die ich mich gerade wieder gewöhnt hatte, ohne Familie und Freunde. Aber am zweiten Abend hatte ich Besuch von einer anderen deutschen Freiwilligen, die in Bukarest einen Zwischenstopp auf dem Weg zu ihrem Projekt weiter nördlich in Rumänien machte. Sie hatte auch gerade drei Wochen in Deutschland verbracht und so hatten wir beide die selben Empfindungen, was mir schon sehr geholfen hat und wir redeten über alles mögliche bis spät in die Nacht. Danach ging es mir dann von Tag zu Tag besser. Die Arbeit begann wieder und ich freute mich, „meine“ Kinder wiederzusehen und gewöhnte mich sehr schnell wieder ein.

Ich habe jetzt ein weiteres Krankenhausprojekt hinzubekommen. Allerdings ist das alles noch nicht so wirklich am Laufen. Die ersten zwei Male, die ich zusammen mit drei anderen ACTOR-Kollegen dort war, verbrachten wir die gesamte Zeit eigentlich nur, irgendjemanden zu finden, der sich zuständig fühlte, uns zu sagen, wie und wo wir mit den Kindern arbeiten können. Das war nahe unmöglich. Von einem Stockwerk wurden wir ins nächste geschickt, mussten ständig warten, wurden schulterzuckend abgewiesen und siteßen auf viel (gewollte) Ahnungslosigkeit. Das war wirklich frustrierend und anstrengend. Aber wir bleiben dran, aller Anfang ist schwer. Meine Kollegin Andreea erzählte mir, dass es bei den anderen Krankenhaus-Projekten am Anfang ähnlich lief und es sehr lange dauern kann, bis man akzeptiert wird oder die Arbeit, die man tun will überhaupt verstanden wird.

Mittlerweile habe ich auch die kulturelle Seite Bukarests entdeckt - und da gibt es wirklich einiges. Ich war mit einer weiteren deutschen Freiwilligen, die auch bei mir zwei Nächte lang übernachtete und auf der Durchreise war, im Nationalen Kunstmuseum und wir sahen uns europäische Gemälde unterschiedlicher Epochen an. Und obowhl ich ja sonst eher der Kunstbanause bin und keine Ahnung davon habe, haben mir sehr viele der ausgestellten Werke sehr gut gefallen oder beeindruckt.
Außerdem sah ich mir auch eine sehr tolle Fotografie-Ausstellung an, die mich auch für meine eigenen Pläne (bzgl. meines Studiums) inspirierte.
Mit meiner Sprachtrainerin und mittlerweile guten Freundin Mihaela besuchte ich vor kurzem auch eine Ausstellung von „Verbotenen Fotografien“ (so der Titel der Ausstellung), bei der sehr viele Fotos aus der Zeit des Kommunismus unter der Diktatur Ceaucescus zu sehen waren. Dazu erzählte mir Mihaela auch sehr viele Geschichten, die sie von ihren Eltern und anderen gehört hatte und ich erzählte ihr meine. Für mich war die Ausstellung sehr interessant, da ich nun auch Bilder zu den Erlebnissen hatte, die ich bisher nur aus Erzählungen kannte (z.B. das Schlangestehen um Milch). Die vielen Parallelen und Ähnlichkeiten machten diese Ausstellung für mich sehr beeindruckend und aufschlussreich.

Im März und April bekomme ich dann auch noch weitere ausländische Unterstützung. Am 15.3. und 1.4. kommen insgesamt 7 neue EFD-Freiwillige zu ACTOR. Manche von ihnen bleiben nur drei Monate, aber zwei Mädels bleiben bis Dezember. Ich freue mich schon richtig auf sie. Natürlich mag ich meine rumänischen Kollegen auch (zumindest die meisten), aber es ist doch etwas anderes, wenn man das gleiche durchmacht. Mit einigen der Neuen habe ich auch schon per Mail Kontakt und werde Löcher in den Bauch gefragt. Aber ich freue mich wirklich und habe schon einiges mit ihnen vor. Die haben ja dann wenigstens auch mal Zeit, was zu unternehmen, im Gegensatz zu meinen rumänischen Kollegen, die dauernd nur im Uni-Stress sind.

Mitte Februar werde ich eine Woche lang zu einem Jugendaustauschprojekt nach Wales fliegen. Dabei geht es um das richtige Spielen mit Kindern, also so von der pädagogischen Seite aus und Eugenia meinte, das hilft mir sicher bei meiner Arbeit in ACTOR. Ich hoffe, ich kann bei diesem Projekt auch ein bisschen was von der Region entdecken, da bin ich schon sehr neugierig.

Seit kurzem gehe ich auch regelmäßig in ein nahes Fitness Center, was mir sehr gut gefällt. Der Sport hat mir hier richtig gefehlt. Mittlerweile kann ich mich auch schon auf Rumänisch halbwegs unterhalten, sodass ich dort auch schon etwas Anschluss gefunden habe.
So, ich denke, dass wars erstmal mit den Neuigkeiten. Vielleicht schreibe ich demnächst noch einmal ausführlicher, das hier war ja nur die kurze Zusammenfassung. Mir geht es auf jeden Fall sehr gut in Bukarest, ich habe mich eingelebt, habe meine Freizeitbeschäftigungen und Freunde und auch die Arbeit macht (meistens) viel Spaß.
Ich lasse von mir hören!

14. Dezember 2007

Rumänien feiert

01.12.2007

Am ersten Dezember ist der Nationalfeiertag Rumäniens. Nach dem ersten Weltkrieg wurden die drei Teile Transylvanien, Walachei und Moldova nach jahrhundertemlangem Hin und Her endlich vereint. Und in Gedenken daran findet an diesem Tag eine mehrstündige Militärparade in Bukarest statt, mit der Armee, Panzern, Blasmusik und allem, was so dazu gehört. Ich hab mir das allerdings nicht angeschaut. Die Menschenmassen dort müssen unglaublich sein, denn schon Tage und Wochen vorher wurden überall auf den Straßen rumänische Flaggen verteilt und sogar die Kinder im Kindergarten dachten nicht als erstes an den Nikolaustag, sondern an den Nationalfeiertag, als Misha sie fragte, welcher besondere Tag bald sei. An diesem sind alle Rumänen unglaublich stolz auf ihr Land. Gekrönt wird der Tag mit der Beleuchtung des riesigen Weihnachtsbaumes auf dem Piata Unirii am Abend. Dort versammelte sich scheinbar ganz Bukarest, denn als ich dorthin wollte, brauchte ich mehr Zeit, durch die Massen hindurch zukommen, als ich dann letztendlich auf dem Platz war. Busse waren lahmgelegt, die Straßen blockiert. Menschen kletterten auf Telefonhäuser, um besser sehen zu können und das Handynetz brach zusammen. Bukarest im Ausnahmezustand.

Den ganzen Tag über hatte ich es mir bei Mihaelas Familie (bei der ich zwei Wochen lang gewohnt hatte) gut gehen lassen. Sie hatten mich nämlich zum Essen eingeladen und ich kochte zusammen mit Mihaelas Mutter ein typisch rumänisches Fischgericht mit Mamaliga und backte auch einen leckeren Kürbis-Apfel-Blätterteigkuchen, von dem ich dann noch die Hälfte mit nach Hause eingepackt bekam. Mihaela und ihre Mutter gaben mir dann auch Geschichtsunterricht und erzählten mir die lange Geschichte Rumäniens. Wenn ich das so mit Deutschland vergleiche, wissen hier eigentlich alle recht gut über die Geschichte ihres Landes Bescheid.

Was mir aber bei Mihaelas Familie und auch bei anderen Rumänen, die ich jetzt so kenne, auffällt, ist die extreme Abneigung (fast schon Hass) gegenüber den Zigeunern. Besonders krass war da mal ein Ausspruch von Mihaela selbst, die meinte, Hitler hätte ruhig alle Roma und Sinti auf der ganzen Welt ermorden können, das wäre besser gewesen. Generell scheinen die Rumänen kein so großes Problem mit der deutschen Vergangenheit im Dritten Reich zu haben. Wenn das Thema zur Sprache kommt, höre ich öfters, Hitler sei ja nicht so schlimm gewesen, er habe zwar viele Menschen ermorden lassen, aber über sowas muss man ja auch mal hinwegsehen und er hätte ja auch viel Gutes getan. Ich bin da richtig geschockt, wenn ich sowas höre und muss mich regelrecht rechtfertigen, dass ich NICHT der Meinung bin, dass Hitler schon ganz ok war. Also entweder wissen sie nicht so wirklich, was damals passierte oder ich weiss auch nicht. Mihaelas Mutter findet es zum Beispiel auch lustig, zu sagen, ich wäre wegen meiner hellen Haare und meinen blauen Augen sicher ein guter Arier gewesen. Für die Rumänen ist es total unverständlich, dass in Deutschland das Dritte Reich immer noch ein sehr sensibles Kapitel ist und sich das auf unsere Kultur ausgewirkt hat.

Kauderwelsch

30.11.07

Als nächstes berichte ich mal von meinen Fortschritten (*hüstel*) beim Rumänisch lernen. Einmal die Woche treffe ich mich jetzt immer mit meiner Freiwilligenkollegin Mikaela, die mit mir für ca 2 Stunden zusammen lernt. Dass ich dabei soviel mitbekomme, bezweifle ich aber. Wir schneiden jedes Grammatikthema nur kurz an, machen eine Übung dazu und das wars dann. Sicherlich würde es ewig dauern, wenn wir jedes Thema ausführlich behandeln und das meiste lerne ich ja wahrscheinlch einfach übers Hören oder in meinen kleinen Unterhaltungen mit anderen. Momentan lerne ich ganz viele Vokabeln und einen etwas seltsamen Modus namens Subjonktiv, von dem ich noch nie etwas gehört habe. Am schwierigsten ist für mich, die ganzen Verbformen auswendig zu lernen, da jedes Verb in jeder Konjugation der Person anders ist und das dann auch meistens unregelmäßig...

Meine „Lehrerin” ist aber sehr nett und die meiste Zeit während unsrer Übungsstunden quatschen wir nur ;-) Sie hat mich auch schon mal ins Kino eingeladen und erzählt mir so einiges über Rumänien, Bukarest und die Arbeit in unserer Organisation.

Mittlerweile ist mein Rumänisch aber schon so „gut”, dass ich fast alles verstehe, also worum es geht zumindest. Nur das selber Sätzebilden ist schwierig wegen den tausend verschiedenen Endungen je nach Fall, Geschlecht, Zeit, bestimmtem oder unbestimmtem Artikel etc... da bin ich noch sehr unsicher. Aber so einfach Sätze krieg ich schon gut hin.

In meinem Projekt in Chitila sind schon seit Wochen Bauarbeiten und jedesmal, wenn ich das Haus verlasse, sprechen mich die Bauarbeiter an. Einer ist besonders hartnäckig und fragt mich, wann ich wieder komme und ob wir uns dann mal richtig unterhalten können. Da konnte ich ihm sogar richtig auf Rumänisch antworten und kurz mit ihm diskutieren, bevor ichs dann aufgab und weiter ging. Ja, ich denke, wenn mein Jahr hier vorbei ist, spreche ich perfekt Rumänisch. Nur werd ich es dann nie wieder brauchen und die ganze Arbeit war umsonst...

neue Ideen

22.11.07

Wie ich ja schon einige Male geschrieben hatte, habe ich seit einiger Zeit die Verantwortung für das Krankenhausprojekt Lacul Bucura jeden Donnerstag Nachmittag. Als ich die ersten Male noch mit den anderen Freiwilligen dort war, fand ich es etwas langweilig, da wir waehrend der ganzen Zeit nur mehr oder weniger schweigend auf Bänken und Stühlen saßen und eine Origami-Falterei nach der anderen machten. Auch die Kinder schienen nicht so ganz begeistert davon, aber da das ihre einzige Abwechslung am Tag war, machten sie eben mit. Nun, da ich die Leitung dieses Projekts übernommen habe und jede Woche auch nur einen weiteren Freiwilligen zur Unterstützung dabei habe, hbe ich mir etwas neues überlegt. Die Kinder in diesem Krankenhaus haben zwar Aids, Krebs und Tuberkulose, sie sind aber alle sehr aufgeweckt und fit und wollen aktiv beschäftigt und unterhalten werden. Da ist ewiges Origamifalten nicht das Richtige. Daher hab ich mir im Internet und in einigen Büchern ein paar lustige Spiele rausgesucht, die am Anfang der Stunde erstmal das Eis brechen, nicht nur zwischen den Kindern selbst (sie sind ja alle in ganz unterschiedlichen Altern, von 9 bis 17 Jahren), sondern auch zwischen den Kindern und mir. Und auch zwischendurch mache ich immer mal ein paar auflockernde Spiele. Und die Kinder lieben das. Sogar die älteren, coolen Jungs, die sonst immer nur skeptisch zugeschaut haben, machen mit. Während der ganzen Projektzeit herrscht eine sehr lockere, entspannte Atmosphäre und es ist leicht für mich, mit den Kindern in Kontakt zu kommen und ein bisschen mit ihnen zu reden (das, was ich so halbwegs auf rumänisch sagen kann). So macht es allen viel mehr Spaß und ich hoffe, dass ich bald mehr Unterstützung seitens meiner Freiwilligenkollegen bekomme.

Besonders mit einem Mädel namens Georgiana habe ich ein sehr gutes Verhältnis. Sie will mich immer neben sich haben, umarmt mich und hängt sich an mich dran. Erst eine Weile später habe ich dann rausgefunden, dass sie schon 17 ist; sie kam mir immer viel jünger vor.

Und auch mit den älteren Jungs komme ich gut zurecht. Sie finden es immer wahnsinnig lustig, wenn ich auf rumänisch rede, helfen mir aber auch und verbessern meine ständigen Grammatikfehler.

Am Anfang hatte ich mit meinem neuen Konzept einige Schwierigkeiten mit Laura. Sie arbeitet hauptberuflich in einem Waisenhaus und hat Sozialpädagogik studiert. Sicherlich hat sie mehr Erfahrung und Ahnung als ich, ich hab sowas ja noch nie gemacht... und sie hat mich anfangs nie wirklich ernst genommen und meine Ideen einfach beiseite geschoben. Mittlerweile bin ich aber nicht mehr so neu hier, als dass ich ständig nur zuschaue und nicht selbst die Initiative ergreife und ich denke, mit der Zeit hat sie jetzt begriffen, dass ich durchaus in der Lage bin, mein eigenes Projekt zu leiten. Allerdings kommt sie seitdem nicht mehr ins Krankenhaus und ich muss jede Woche aufs Neue schauen, dass ich einen Freiwilligen finde, der mit mir kommt.

9. Dezember 2007

Türkei: Sonne und Mehr

Schande über mein Haupt, dass ich solange keinen neuen Eintrag verfasst hatte. Nachdem ich aus der Türkei wiederkam, hatten wir im Apartment soviel zu tun mit Saubermachen, Schränke einräumen, Sachen verstauen und und und, dass ich bisher noch nicht dazugekommen bin. Außerdem hatte ich für meine verschiedenen Projekte auch einiges zu tun. Die ganzen Kindergärten schlauchen mich schon ganz schön... Mittlerweile hab ich richtig Respekt vor den Kindergärtnerinnen, die das tagtäglich so viele Stunden aushalten und immer noch geduldig sind. Das wäre wirklich nichts für mich.

Aber gut, dann will ich mal von der Türkei erzählen. Es wird nicht so ausführlich, da wir in diesen 10 Tagen, die wir dort in Kilis nahe der syrischen Grenze verbracht habe, unglaublich viel erlebt haben und es wohl ewig dauern würde, das alles aufzuschreiben. Auf spezielle Fragen antworte ich aber gerne.

Allein die Reise in die Türkei wäre ein Kapitel für sich. Ich war zusammen mit Alice und Alexandra (meinen beiden Mitbewohnerinnen), einem ACTOR-Kollegen von mir –namens Lucian - und einer Studienkollegin von Alice –namens Sanziana- unterwegs. Von Bukarest aus flogen wir Sonntag Abend los nach Istanbul. Der Anschlussflug von Istanbul nach Gaziantep, dem nächstgelegenen Flughafen zu unserem Ziel Kilis, ging aber erst Montag Morgen. Das heißt, wir hatten ca 10 Stunden zwischen den Flügen auf dem Flughafen rumzukriegen. Unser erster Plan war ja gewesen, während dieser Zeit das Istanbuler Zentrum zu besichtigen. Allerdings fuhr nachts nur noch ein viel zu teurer Shuttlebus und so blieben wir dann doch im Flughafen, machten es uns in der Wartehalle so bequem wie möglich und versuchten zu schlafen. Die grellen Lichter, Lautsprecherdurchsagen, die vielen anderen Leute und die harten Stühle führten dann aber nur dazu, dass ich mich am nächsten Morgen wie gerädert fühlte und mir alles wehtat. Dann endlich in Gaziantep angekommen hatten wir einige Probleme mit den türkischen Flughafenbeamten, da Alexandras Koffer arg beschädigt angekommen war und sie das reklamieren wollte. So nach und nach entdeckten wir dann auch die anderen Teilnehmer des Workshops aus Österreich, Griechenland, Litauen, Polen und der Tschechischen Republik, insgesamt ca 30 junge Leute.

Ach ja, das sollte ich vielleicht noch erwähnen, ihr wundert euch sicher, warum ich überhaupt in die Türkei geflogen bin.

Dort fand ein internationaler Jugendaustausch statt, mit dem Thema traditionelle Musik und Tanz. Und da mich die Türkei bei meinem letzten Besuch im Juni 07 so begeistert hatte, hatte ich mich für diesen Workshop entschieden.

In einem großen Bus fuhren wir anderthalb Stunden durch karge, staubige Landschaft mit einigen Pistazienbäumen- oder Olivenfeldern auf der roten Erde und keiner Menschenseele weit und breit. Unterwegs lernten wir auch einen Teil unserer türkischen Betreuergruppe kennen, die alle sehr nett und motiviert wirkten.Schließlich erreichten wir Kilis und unser Hotel und ich war sogar positiv davon überrascht (wenn ich das mit dem Hotel von meinem letzten Türkei-Besuch vergleiche). Nach einem kurzen Mittagessen hatten wir Zeit zum Auspacken und Ausruhen. Gegen Abend trafen wir uns wieder in einem großen Raum des Hotels und lernten uns erst einmal mit Hilfe einiger lustiger Spiele kennen.

Am nächsten Morgen gab es gegen 8 ein leckeres Frühstück, bei dem aber nicht sehr viele der Gruppe anwesend waren, da die meisten lieber noch länger schlafen wollten. Um 9 wurden wir dann auch schon von einem Bus abgeholt und fuhren zu dem Kulturzentrum der Stadt, wo wir schon von einem Tanzlehrer erwartet wurden. Dieser zeigte und im Verlauf des Tages drei verschiedene traditionelle türkische Tänze, die wir dann auch –sehr zum Vergnügen der Studenten der Uni nebenan- bei strahlendem Sonnenschein draußen auf dem Hof übten. Wir hatten auch Unterstützung durch einige Musikanten und immer wieder ließ sich einer der Türken zu einer spontanen Tanzeinlage hinreißen, was sich dann immer soweit steigerte, bis dann schließlich unsere ganze Gruppe mitten auf dem Hof einfach so zu der Musik tanzte. Das hat sehr großen Spaß gemacht und es herrschte eine tolle Stimmung innerhalb unserer Gruppe.

Am Abend hatte der Bürgermeister der Stadt etwas besonderes für uns vorbereitet. In einer kleinen, aber sehr farbenfroh und schön dekorierten Hütte, wurde uns leckeres türkisches Essen serviert. Wir saßen natürlich traditionell auf Kissen auf dem Boden. Außerdem gab es den türkischen Raki-Schnaps und kurze Zeit später auch wieder Live-Musik. Trotz der herrschenden Enge in dem kleinen Raum ließen es sich die Türken nicht nehmen, uns zum Tanzen aufzufordern und schon waren alle auf den Beinen und tanzten (einen Tanz, der dem griechischen Zirtaki ähnelt). An diesem Abend musste ich dann aber auch den Bürgermeister und den Tanzlehrer enttäuschen, da der Bürgermeister mir angeboten hatte, mich mit dem Tanzlehrer zu verkuppeln, da dieser mich ja so gern habe. Aber wie gesagt, da musste ich sie leider enttäuschen ;-)

Am dritten Tag war für den Nachmittag eine Veranstaltung auf einem großen öffentlichen Platz in Kilis für uns geplant und die Attraktion waren wir. In Gruppen sollten wir uns verschiedene artistische Dinge überlegen, die wir den Leuten aus Kilis präsentieren wollten. Ich war in der Pantomime-Gruppe und wir dachten uns ein tolles, kurzes Theaterstück aus. Alice und ihre Studienkollegen waren Clowns und die Gruppen aus Litauen, Tschechien und Griechenland präsentierten verschiedene Lieder ihres Landes. Die Vorbereitungen mit Kostümzusammenstellen, Schminken und Proben machten mir sehr viel Spaß, da ich mal etwas Neues ausprobieren konnte. Allerdings gab es einige organisatorische Missverständnisse, sodass wir am Schluss nicht mehr genügend Zeit hatten, unser Stück einmal ganz durchzuspielen. Es klappte dann aber doch sehr gut und wir hatten rund 2000 Zuschauer aus Kilis. Ich musste sogar ein Interview für das türkische Nationalfernsehen geben. Am nächsten Tag erschienen wir auch in den Lokalzeitungen und als wir nach unserer Veranstaltung den Platz wieder mit dem Bus verließen, folgten uns die Menschen, fotografierten uns die ganze Zeit mit ihren Handys und winkten uns im Bus zu. Ein Hauch Popstar also ;-)

Am Abend wurden wir von einem Minister der Stadt zum Essen in ein sehr gutes Restaurant eingeladen. Ich liebe ja das türkische Essen! Manchmal war es allerdings auch für mich einfach zu scharf, um es essen zu können. Und natürlich auch unglaublich große Portionen mit mehreren Gängen und den typischen, vor Fett und Zucker triefenden (aber sooooooooooo leckeren) Baklava als Nachspeise.

Am nächsten Tag besichtigten wir am Morgen eine Musikuniversität und uns wurden sehr viele alte, traditionelle Musikinstrumente vorgeführt und wir lernten auch ein lustiges türkisches Lied. Anschließend ging es mit dem Bus zwei Stunden lang weiter Richtung Urfa, einer sehr alten und sehr bedeutenden Stadt. Hier befindet sich nämlich ein heiliger Fluß voller Fische, umgeben von einem riesigen, sehr schönen Park. Den ganzen Tag verbrachten wir dort, stöberten durch die unendlichen, farbenprächtigen Bazare (wo ich auch einiges Geld ließ), erkundeten die Stadt und trafen uns am Abend wieder in einem großen Nobelhotel, wo wir zu Abend aßen. Diesmal hatte uns der Bürgermeister von Urfa eingeladen und natürlich gab es auch wieder eine Live-Band. Das Essen war unglaublich lecker, aber viel zu viel, sodass ich mich anschließend nicht mehr bewegen konnte. Natürlich mussten wir dann auch wieder tanzen (langsam wurde das etwas nervig), aber ich weigerte mich trotz der ausgesprochenen Hartnäckigkeit der Türken. Nachts um 3 kamen wir dann wieder im Hotel in Kilis an. Doch die Türken kannten kein Erbarmen – am nächsten Morgen um 8 gab es Frühstück und ab 9 weiteres Programm. Entsprechend unausgeschlafen und unmotiviert waren wir dann auch alle, da halfen auch die tollen „Energizer-Spiele” nichts. Aber zum Glück hatten wir an diesem Tag nicht so viel Programm. Wir sollten für unsere Gruppen für den Interkulturellen Abend vorbereiten, der an diesem Abend stattfinden sollte. Zusammen mit meinen Rumänen übte ich ein paar Lieder ein und wir besprachen unser Programm. Am Nachmittag gab es dann eine Führung durch Kilis mit ausgiebigem Besuch der dortigen Bazare und der Baklava-Läden, die es an jeder Ecke zweimal gab.

Gegen Abend fuhren wir dann an den Stadtrand Kilis zu einem alten Farmhaus, wo eine der Türken aus unserer Leitergruppe mit ihrer Familie wohnte. Dort bereitete jede Gruppe ihre Präsentation vor. Wir Rumänen kochten „Mamaliga” –ein Teig aus Maismehl, der wie Klöße in Deutschland, als Beilage zu allem möglichen gegessen werden kann. Nach und nach stellte jede Gruppe ihr Land vor, mit typischem Essen, Musik und Fotos. Aus Litauen zum Beispiel gab es Schwarzbrot mit Blutwurst, Ziegenkäse und Honig (das wird alles zusammen gegessen) und Schnaps. Pappsatt nach so vielen verschiedenen Leckereien und müde noch vom Vorabend blieb ich nicht lange bei der anschließenden Party und fuhr mit ein paar anderen schon eher (naja, war trotzdem halb 12) zurück ins Hotel.

Am nächsten, vorletzten Tag bereiteten wir eine für den frühen Abend geplante Aufführung in der Stadthalle von Kilis vor. Dort sollte wieder jedes Land vier bis fünf typische Lieder präsentieren und abschließend alle das gelernte türkische Lied singen. Das war für diesen Tag der einzige Programmpunkt neben einer kurzen Tour durch Kilis am Vormittag und das war auch gut so. Jeden Abend lange Partys und morgens wieder zeitig aufstehen machte sich nun nach den vielen Tagen wirklich bemerkbar. Die Aufführung war dann aber ein voller Erfolg. Ich weiß nicht, wie wir auf das türkische Publikum wirkten, aber wir jedenfalls hatten viel Spaß daran und gaben uns große Mühe. Anschließend gab es wieder eine Feier, diesmal aber nicht ganz so lang, da einige der Gruppe bereits am nächsten Morgen abreisen würden und noch zu packen hatten. Daher war die Feier auch eine Abschiedsfeier mit nochmaligen lustigen Gruppenspielen und einer ganz besonderen Überraschung der türkischen Gruppe: Unser „Ober-Türke” Frat führte uns zusammen mit einem litauischen Mädel eine traditionelle türkische Hochzeit vor. Natürlich im etwas kleineren Maßstab, aber dennoch mit Hennabemalung, riesen Schokotorte, Tanz und Verschleierung.

Am letzten Tag und nur noch mit halber Besetzung fuhren wir mit dem Bus nach Gaziantep. Als erstes besuchten wir den dortigen Zoo, den größten in der Türkei. Dafür war aber nur etwas mehr als eine Stunde eingeplant, und ich hielt es für unmöglich, in so kurzer Zeit wirklich etwas mitzubekommen. Aber tatsächlich reichte die Zeit gut und ich fand den Zoo furchtbar. Die Tiere waren in wirklich winzigen Käfigen und Gehegen eingesperrt und die anderen türkischen Besucher machten einen Heidenlärm, um die äußerst passiven Tiere zu einer Bewegung zu veranlassen. Auch z.B. die Strauße sahen schlimm aus. An vielen Stellen fehlten großflächig die Federn oder z.B. in den Affengehegen liefen die Tiere eine Stunde lang nur auf ihrer ca. einen Meter langen Metallstange hin und her. Ich fand diesen Anblick furchtbar, aber den Türken hats anscheinend gefallen. Anschließend fuhren wir ins Stadtzentrum und aßen (mal wieder) in einem Nobelhotel zu Mittag (hmmm... lecker!). Dann ging es weiter in das weltweit zweitgrößte Mosaikmuseum. Das war wirklich interessant. Wir sahen einen kurzen Einführungsfilm zum Thema und konnten dann anderthalb Stunden lang durch das Museum laufen. Mir hat das gut gefallen, allerdings war die Zeit für die Größe des Museums knapp bemessen, sodass ich nicht viel Zeit hatte, die Infotafeln genauer zu lesen, was ich schon schade fand. Allgemein war es so die ganze Woche über. Hetzerei von einer Attraktion zur nächsten ohne wirklich Zeit, sich darauf einlassen zu können. Nach dem Museum liefen wir noch ein Stück durch die Altstadt und besuchten die dortigen sehr schönen Bazars mit handgeschmiedeten Schmuckstücken und allem möglichen anderen Kram. Das finde ich an Bazaren so faszinierend. Man kann stundenlang stöbern und schauen und entdeckt immer wieder etwas neues. Abends fuhren wir zurück ins Hotel und trafen die letzten Vorbereitungen für die Abreise am nächsten Morgen. Die sollte um 7 sein, allerdings verschlief unser Fahrer (genau der, der sonst immer böse war, wenn wir zuspät kamen). Mit einigen km/h mehr kamen wir aber dennoch pünktlich am Flughafen an. Der Rückflug war angenehmer als der Hinflug, da wir nicht so lange in Istanbul auf den Anschlussflug nach Bukarest warten mussten. Für mich war der Ausflug in die Türkei eine sehr schöne Erfahrung, wenn auch teilweise sehr anstrengend. Und nach etwas mehr als einer Woche Inselurlaub tauchte ich wieder ein in meinen Bukarester Arbeitsalltag.

So, jetzt habe ich ne ganze Menge geschrieben. Mehr zu meinem Leben seitdem erfahrt ihr demnächst :-) versprochen

24. November 2007

Wieder da!

20.11.07

Als nächstes steht jetzt mein Bericht über meinen Türkei”Urlaub” an. Allerdings müsst ihr euch da noch ein bisschen gedulden ;-) Bin gestern erst wieder gekommen und jetzt wieder im Apartment mit Alice und Alexandra. Unsere Wohnung sieht richtig schön aus. Allerdings noch überall sehr dreckig und staubig, das muss alles noch aufgeräumt und geputzt werden. Daher kommt mein Bericht etwas später. Wollte nur schon mal ein Lebenszeichen senden, da es ja seit meinem letzten Eintrag schon eine Weile her ist.

Smells like Romania

Momentan ist hier in Bukarest richtiges Mist-Wetter. Ständig regnet es, ist eisigkalt und windig. Ich hab mir auch ne kleine Erkältung eingefangen, aber das wird schon wieder. Mihaelas Mutter kümmert sich sehr rührend um mich und macht mir alle paar Stunden einen Tee. Mit Mihaela und ihrer Mutter habe ich mich auch schon öfters länger unterhalten (mit Mihaela als Dolmetscherin) und ich mag die beiden sehr. Als ich heute Morgen von Alice die Nachricht bekommen habe, dass ich am Wochenende in unser Apartment zurück kann, da die Arbeiter endlich fertig sind, meinte Mihaela, ich solle doch noch bleiben und die Mutter lud mich ein, jedes Wochenende mal zu Besuch zu kommen, damit sie mir was kochen kann oder einen Kuchen backen kann. In meinem Apartment habe ich da ja nicht so die Möglichkeiten dazu.Mihaela und ihre Mutter haben auch einige Aktionen mit mir vor. Gestern Abend haben sie mir ihre gesamte Parfum-Sammlung vorgeführt und haben sich jetzt in den Kopf gesetzt, mich zu einer rumänischen Frau zu machen. Die Mädels hier sind nämlich alle sehr schick angezogen und zu jeder Tages- und Nachtzeit top gestylt. Da darf dann das Parfum natürlich auch nicht fehlen. Nach dieser Einführung in die weibliche Kultur Rumäniens roch ich wie ein ganzer Blumenladen, da die Beiden unzählige Düfte an mir ausprobiert hatten.

das Tagescenter

09.11.07

Von meinem Projekt in Chitila muss ich noch berichten.Am Montag war ich wieder dort, diesmal allerdings allein, da Rheea keine Zeit hatte und sich auch sonst keiner der andren auf meine Anfrage gemeldet hatte. Aber ich dachte mir, es würde schon irgendwie gehen, auch wenn dort keiner Englisch reden kann... Gegen 12 fuhr ich mit dem Bus hin und es waren erst drei Kinder dort, die ich vom letzten Mal noch kannte. Sie waren gleich begeistert, mich zu sehen, mussten aber erst noch ihre Hausaufgaben fertig machen. Also schaute ich mich ein bisschen in dem großen Gebäude um und nach und nach kamen immer mehr Kinder an, bis es dann so um die 10 waren. Mit einigen Rumänisch-Wortfetzen verständigte ich mich dann mit den Erzieherinnen und den Kindern, wobei es den Kindern wesentlich leichter viel, mich zu verstehen, da sie sich wirklich Mühe mit mir gaben und teilweise versuchten, zu erraten, was ich meinte. Pantomime half da auch weiter ;-) Nach den Hausaufgaben war dann erstmal Essenszeit, und vor allem die kleinen Jungs wollten unbedingt, dass ich mit in den Essensaal komme, obwohl das die Erzieherinnen nicht gern gesehen haben und ich da ja auch nicht mit essen darf. Aber mit den Kinder fühlte ich mich sehr wohl, auch wenn ich ihnen nicht alles verständlich machen konnte. Anschließend begannen wir dann mit den Origami-Figuren und die Kinder waren mit Feuereifer dabei. Ich kann mittlerweile die wichtigsten Worte für die Origami-Anleitungen auf Rumänisch und wenn ich es mal nicht wusste, half mir ein kleines Mädchen der Gruppe. Sie war besonders eifrig und ermahnte die anderen auch immer zur Ruhe, was meistens aber gar nicht nötig war, da alle sich sehr auf das Falten konzentrierten und mir wirklich sehr viel entgegenkamen, auch wenn ich ihnen nur einzelne Worte sagen konnte. Ein Junge war besonders talentiert und wollte die schwierigen Stellen immer wieder üben, damit er es sich merken konnte. Ich war insgesamt fast 3 Stunden dort gewesen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Die Kinder sind alle im Grundschulalter (7 bis 11 Jahre alt) und kommen alle aus schwierigen familiären Verhältnissen. Sie freuen sich riesig über jedes Lob und springen einfach während des Bastelns auf, um mich zu umarmen und wollen dann auch zigmal bestätigt haben, dass ihr Bild oder ihre Bastelei schön geworden ist. Ich war auf jeden Fall sehr postitiv überrascht, wie gut ich klargekommen bin, auch wenn ich nicht wirklich viel sprechen kann und auch mit den anderen Betreuerinnen, die manchmal mit im Raum waren, hatte ich keinerlei Probleme und sie waren sehr kooperativ. Für das nächste Mal muss ich einiges vorbereiten, da die Kinder ganz viele kreative Ideen hatten, was sie gern basteln würden.

9. November 2007

Plaene

08.11.07

Seit drei Wochen wohne ich jetzt schon bei anderen Leuten, weil die Arbeiter in meinem Apartment einfach nicht fertig werden. Und es ist immer noch kein Ende in Sicht... Dabei war eine Woche geplant. Stefanizo meinte dazu „Welcome to Romania!”, ich kann also froh sein, wenn sie nach einem Monat fertig werden. Aber bei Mihaela gefällts mir sehr gut. Die Mutter ist nicht mehr ganz so aufdringlich ;-) und ich war in der vergangenen Woche öfters mal mit Mihaela oder ihren Freunden abends unterwegs. Mit ihnen komme ich sehr gut klar und wir hatten immer sehr viel Spaß zusammen, auch wenn es auf Englisch nicht immer so gut klappt. Aber mittlerweile verstehe ich auch schon mehr Rumänisch und es geht dann schon irgendwie. Am Montag habe ich mich dann auch mit Fabian getroffen, einem deutschen Freiwilligen aus Bukarest, den ich in Apold kennengelernt hab (falls ihr euch erinnert, ziemlich zu Beginn meines Rumänien-Aufenthalts), der mir von den unzähligen Problemen in seinem Projekt erzählt hat. Er arbeitet mit stark hospitalisierten Jugendlichen und Erwachsenen (die aber wirken wie 5-Jährige) in einem Heim in Vidra (dort hab ich ihn auch schon mal besucht, vor einigen Wochen, und hab davon auch hier im Blog berichtet). Und da ich mit meinen unzähligen Kindergartenprojekten eh nicht so wirklich zufrieden bin, habe ich beschlossen, einmal in der Woche einen Tag lang mit ihm in seinem Projekt zu arbeiten. Ab Dezember gehen nämlich die anderen Freiwilligen aus seinem Projekt zurück in ihre Herkunftsländer und er ist dann mehr oder weniger allein mit der ganzen Arbeit. Meine Kindergartenprojekte sind ja alle ganz nett, aber nicht das, was ich mir hier als Arbeit vorgestellt hab. Ich will mehr bewirken. Die Kindergartenkinder haben den ganzen Tag über unzählige Aktivitäten und haben reiche Eltern (es sind meistens private Kindergärten, in denen wir arbeiten) und meiner Meinung nach ist es sinnvoller, benachteiligen Kindern und Jugendlichen zu helfen, die die Aufmerksamkeit und Beschäftigung nötiger haben. Daher verlege ich jetzt einfach die Projekte, die ich montags habe, auf die anderen Tage und gehe dafür montags nach Vidra in Fabians Projekt. Da hab ich wenigstens ne sinnvolle Aufgabe.Ich mag meine Krankenhaus-Projekte und auch das Tagescenter in Chitila. Aber die Arbeit in den Kindergärten stellt mich einfach nicht zufrieden. Aber damit steh ich ziemlich allein. Die andren ACTOR-Freiwillien wollen alle nur in die Kindergärten und es ist schon allein jede Woche eine neue Herausforderung, Freiwillige zu finden, die mit mir in „mein” Krankenhaus gehen. Die Arbeit dort ist eben nicht so einfach und man muss sich schon mehr einfallen lassen, wenn man 16-Jährige beschäftigen will, als wenn man nur mit einer Horde Kleinkinder sein Programm durchzieht.
Am Mittwoch war ich dann auch mal wieder im Kino und hab mir mit Fabian „Stardust” angeschaut. Ein echt cooler Film. Wir waren zwar etwas spät dran und haben den Anfang verpasst, aber es hat sich auf jeden Fall noch gelohnt und ich kann den Film nur weiter empfehlen. Ist ne Art Märchen für Erwachsene :)

soziales Engagement?

03.11.07, Mihaelas Wohnung

Ich lasse jetzt ein paar Tage aus und schreibe gleich bei Samstag (3. nov) weiter. Es ist nichts großartig Neues passiert und ich will euch ja nicht langweilen :)
Samstag stand wieder das ACTOR-Treffen an, wo ich viele organisatorische Dinge mit Eugenia und Stefanizo zu besprechen hatte und auch ne große Tüte mit neuen Materialien (Papiere in allen Farben und Formen, Servietten, Süßigkeiten, Seifenblasenwasser) für meine Projekte bekam. Außerdem war heute ein besonderer Feiertag an dem man der Verstorbenen gedenkt, indem man einen speziellen Nuss-Wein-Kuchen backt und diesen zusammen mit einem Ei, einer Tomate, einer Gurke, belegten Broten, Wein und einem Stück Holz jemandem überreicht. Dieser jemand muss dann ein bestimmtes Wort sagen (das ich schon wieder vergessen habe) und wenn er die Dinge isst, isst er sie quasi als Mittelsmann für die Verstorbenen, da diese das ja nicht selbst können, da sie nur noch als Seelen in der realen Welt existieren. Das war mein heutiger Exkurs in die rumänische Kultur :)

Zusammen mit den anderen bastelten wir dann aus großen braunen Kartontüten Kleidung, die einige aus der ACTOR-Gruppe bald zu einem speziellen Anlass tragen würden. Da hab ich mich aber nicht lange dran beteiligt und machte mich voll beladen auf den Weg zu einer Eurolines-Filiale in der Nähe, da ich mich nach den Preisen für meinen Ausflug nach Deutschland im Winter erkundigen wollte.

Auf dem Rückweg zur Ubahn-Station hatte ich dann mein zweites Erlebnis der rumänischen Kultur. Diesmal allerdings weniger erfreulich. Ganz im Gegenteil.Auf meinem Weg sah ich am Rand des Fußgängerwegs eine Frau liegen, die da auf dem Hinweg noch nicht gewesen war. Diese Frau (um die 40 schätz ich mal), wand sich scheinbar in Krämpfen auf dem matschigen Boden und jammerte vor Schmerzen. Aber alle Leute starrten sie nur an und gingen einfach weiter. Der Weg war sehr belebt und ich hab das schon von weitem sehen können. Ich hab nicht lange überlegt und obwohl ich ja eigentlich noch sogut wie kein rumänisch kann, hab ich die Frau angesprochen, ob ich ihr helfen kann. Sie sah mich gar nicht an, sondern schluchzte und weinte, sodass ihre ganze Schminke schon verwischt war und hielt sich den Bauch und den Kopf. Ich war etwas hilflos und sprach den nächsten vorbeikommenden Passanten an, ob er mir die nummer der Ambulanz geben könnte oder sie selbst anrufen könnte. Das hatte allerdings nicht viel Erfolg und alle Leute, die ich ansprach gingen einfach weiter. Ein paar Passanten später hatte ich aber Glück und eine ältere Frau rief einen Krankenwagen, ging dann aber auch weiter. Mittlerweile hatte sich die am Boden liegende Frau aufgesetzt und schien nicht mehr so große Schmerzen zu haben. Ich hatte mich zu ihr runter gekniet und sie zeigte mir weinend die wirklich enorm große Beule am Hinterkopf. Sie hörte gar nicht mehr auf zu weinen, griff meine Hand und drückte sie gegen ihre Wange. Ich versuchte sie zu beruhigen und als nach fünf Minuten immer noch keine Ambulanz in sicht war, sprach ich einen gerade vorbeikommenden Polizisten an, der sogar halbwegs englisch konnte. Dieser sprach kurz mit der Frau, die sich aber weigerte, ihm zu antworten und nur noch mehr weinte. Der Polizist meinte, er würde einen Krankenwagen rufen und ich könnte wieder meiner Wege gehen. Allerdings habe ich ihm nicht wirklich getraut und die Frau hat sich so verzweifelt an meine Hand geklammert, dass ich sie nicht einfach diesem unfreundlichen Polizisten überlassen konnte und so beschloss ich, bis zur Ankunft des Krankenwagens bei ihr zubleiben. Tatsächlich verschwand der Polizist dann auch kurz drauf wieder, weil er noch andere Dinge zu tun hatte und ich blieb allein bei der Frau, setzte mich neben sie und stützte sie ,weil sie immer wieder nach hinten umkippte. Sie redete immer noch unter Tränen auf Rumänisch und gebrochenem Englisch auf mich ein, dass ich aussähe wie ihre Tochter und so nett zu ihr sei und sie entschuldigte sich hundertmal. Nach Ewigkeiten kam dann endlich der Krankenwagen. Einige Leute stiegen aus (konnten alle kein englisch), redeten kurz mit der Frau und ohne sie auch nur irgendwie näher zu untersuchen, stiegen die Leute wieder in den Wagen und wollten wegfahren. Das konnte ich nicht glauben. Wie konnten sie die Frau einfach hier im Matsch liegen lassen ohne sich ihre Verletzung anzuschaun. Es könnte ja durchaus was Ernstes sein. Fast schon panisch sprang ich auf zum Krankenwagen und redete auf die Sanitäter ein, die mich aber nicht weiter beachteten und einfach davon brausten. Ich war also wieder allein mit der Frau. Allein mit unzähligen vorbeilaufenden, gaffenden Passanten. Ich wusste nicht was ich tun sollte. Doch nach einem kurzen Moment der Verzweiflung fing ich mich wieder. Ich wusste, dass mir jetzt niemand mehr helfen würde und dass ich jetzt selber was tun müsse. Und ich konnte nicht einfach weggehen, das hätte ich nicht fertig gebracht. Also fragte ich die Frau, ob sie aufstehen könne. Das klappte dann auch ganz gut, auch wenn sie etwas wackelig auf den Beinen war. Also fasste ich sie unterm Arm und fragte sie, wo sie wohnt, damit ich sie dorthin bringen konnte. Sie deutete in eine Richtung und zusammen machten wir uns auf denWweg.
Unterwegs bekam ich dann einen anruf von meinem Kollegen Misha, der mir noch etwas geben wollte und fragte, wo ich sei. Ich erklärte ihm kurz die Situation und er war total geschockt, meinte ich könne in Gefahr sein und dass er sofort zu mir kommen würde. Auf dem Weg zum Treffpunkt hatte sich die Frau dann schon wieder gefangen, hatte aufgehört zu weinen und schien sich richtig wohl bei mir zu fühlen, erzählte mir von ihrer Tochter und sagte ständig, dass sie mich mag und ich so nett und hübsch sei. Von weitem sah ich dann auch schon Misha und Mikaela ankommen. Kaum waren die beiden in Rufweite, fing Misha an, die Frau anzuschreien, sie solle von mir weggehen und redete dann auch ziemlich aggressiv auf sie ein. Die Frau ging dann auch ziemlich schnell und setzte sich in der Nähe auf eine Bank. Ich war etwas verwirrt und Misha erklärte mir, dass die Frau eine betrunkene Obdachlose sei und ich mich nicht um sie kümmern dürfe, da sie oder ihre Bande mich ausrauben könne und sie bestimmt nur so getan hätte, als ob es ihr schlecht ging. Ich erklärte ihm nochmal die ganze Situation und dass ich sie unmöglich hätte einfach liegen lassen können, aber er wollte mir nicht wirklich zuhören und meinte, wenn sogar die Polizisten und die Leute vom Krankenhaus sich nicht drum kümmern, solle ich das auch nicht tun, da die Frau obdachlos und betrunken sei und daher selber schuld, wenn sie sich verletzt. Und niemand würde sich um die Obdachlosen scheren, auch das Krankenhaus nicht, da diese keine Versicherung haben und daher einfach nicht behandelt werden, auch wenn es ihnen noch so schlecht geht. Ich wusste da gar nicht, was ich sagen sollte. Misha redete so, als hätte ich eine riesige Dummheit begangen und er müsse mich wie ein kleines Kind belehren, weil ich ja die unwissende Ausländerin bin. Ich fühlte mich wirklich schlecht und als Misha und Mikaela dann wieder gegangen waren fühlte ich mich umso schlechter, da ich nicht begreifen konnte, wie sie so über diese Obdachlosen (betrunkenen) Menschen reden konnten. Als Misha nämlich meinte, es sei nur „a fucking homeless” und ich solle mich nicht drum kümmern, habe ich ziemlich energisch mit ihm diskutiert, dass Obdachlosigkeit doch kein Grund sei, jemandem nicht zu helfen. Aber er meinte, es seit ihre eigene Schuld ,wenn sie betrunken seien und sich selbst verletzten und ich lernen müsse, solche Dinge zu ignorieren.
Das hat mich wahnsinnig traurig gemacht und sehr erschüttert.Nicht nur die Ignoranz der Menschen, die einfach vorbei gehen oder die Kaltblütigkeit der Polizisten und Sanitäter, sondern auch sowas zu hören von jemandem, der als Freiwilliger in ACTOR arbeitet. In ACTOR, einer Gruppe, deren „Vision” es ist, eine bessere Welt zu schaffen, indem sie benachteiligten Menschen helfen. Gerade von so einem Freiwilligen hätte ich mehr erwartet also so einen Satz wie „she’s just a fucking drunken homeless. Don’t care about her”). Ich meine, wie kann man einerseits so wunderbare Dinge für kranke Kinder tun und dann auf der anderen Seite so menschenverachtend über Obdachlose urteilen? Das verstehe ich wirklich nicht. Dieses erlebnis hat mich dann noch Tage später beschäftigt und ich hab oft dran gedacht, wie es der Frau jetzt wohl geht. Ihre Verletzung hätte ja wirklich schwerwiegend sein können. Aber da sie keine Versicherung hat, kümmert sich keiner drum. Sie hätte da auf der Straße an inneren Blutungen sterben können und keinen hätts interessiert. Wie kann sowas sein? Im Moment bin ich da echt enttäuscht von der Einstellung der andren Freiwilligen. Sicher gibt es tausend gute Gründe, jemandem nicht zu helfen, wenn die eigene Sicherheit in gefahr ist. Aber das als Ausrede zu nehmen, in jedem Fall wegzusehen, finde ich wirklich beschämend und ich hätte mehr von den ACTOR-Leuten erwartet. Das kommt mir momentan alles so heuchlerisch vor in den Kindergärten. Überall schöne bunte Farben und lustige Tier-Figuren, Spiele und Süßigkeiten, die manchmal mehr der Unterhaltung der Freiwilligen dienen als der der Kinder... aber vor den wirklich unangenehmen und schwierigen Dingen werden die augen geschlossen. Ich kann es gar nicht oft genug sagen.... ich bin einfach enttäuscht und erschüttert. Und fühle mich hilflos und klein angesichts des vielen Leids direkt vor meinen Augen.
Aber vielleicht haben sie ja auch Recht und ich bin diejenige mit der falschen Ansicht, da ich sowas bisher einfach noch nicht erlebt habe... ich weiß es wirklich nicht.

5. November 2007

Halloween *buuuh*

31.10.07

Am Mittwoch Morgen traf ich mich kurz vor 10 mit Andreea vor dem Militär-Kindergarten. Heute war dort ein besonderer Tag. Hoher Besuch von einer Sponsorin aus Amerika war angekündigt. Dafür war der ganze Kindergarten enorm herausgeputzt und für unseren Origami-Kurs mussten wir auch auf ein Startzeichen warten, damit wir ungefähr bei der Hälfte sind, wenn die Amerikanerin in unseren Raum kommt und sieht, was für tolle Dinge die Kinder hier gelernt bekommen ;-) Auch überall an den Wänden und im Treppenhaus waren Zeichnungen der Kinder aufgehängt. Die meisten hatten Militär als Thema und zeigten uniformierte Soldaten in Reih und Glied oder neben Panzern. Das fand ich allerdings etwas... merkwürdig... sowas von den Kindern malen zu lassen. Aber die Amerikanerin schien es zu mögen, schenkte jedem Kind ein Überraschungsei und war auch von unseren Origami-Sachen sehr angetan.

Anschließend machte ich mich auf den Weg zum Treffpunkt mit Mikaela Goga, meiner Rumänisch-Lehrerin, für eine weitere Unterrichtsstunde im Fastfood-Restaurant. Der Unterricht lief auch sehr gut. Hinterher qualmte mir der Kopf. Ich lernte unzählige neue Vokabeln und Verben inklusive deren Konjugationen. Und (leider) wie im Französischen, alle sehr unterschiedlich, jedes zweite unregelmäßig und viele verschiedene Verbgruppen mit speziellen Endungen je Person... Schrecklich... Da bleibt mir nichts andres übrig, als auswendig lernen... *seufz* Aber mit Mikaela komm ich sehr gut zurecht. Sie hatte mir sogar was von ihrem Türkei-Ausflug mitgebracht und wir unterhielten uns auch nach dem Unterricht noch lange über alles mögliche.

Am Nachmittag hatte ich dann wieder das Projekt im Krankenhaus, bis zu dem ich allerdings fast drei Stunden warten musste. Aber zurück zu Mihaela zu fahren hätte sich nicht gelohnt... Aber ich hatte ein Buch dabei und machte es mir auf einer Bank bequem. Ich hatte ein paar Gesichtsfarben dabei, mit denen wir dann den Kindern im Krankenhaus kleine Figuren auf Beine, Hände und Wangen malten. Meine Kollegin Nico hatte da wirklich talent für und die Kinder waren begeistert.
Wir waren in der Abteilung für Verbrennungen und in dem Zimmer waren zwei Kinder mit wirklich schlimmen Verbrennungen im Gesicht und auf den Armen. Das war schon anfangs etwas hart für mich, da die Gesichter sehr verfremdet aussahen und ich mich fragte, ob die Kinder z.b. beim Luftballonaufblasen nicht Schmerzen hätten. Aber anscheinend konnten sie damit ganz normal umgehen und so war das dann für mich auch ok.

Nach dem Krankenhaus wartete ich wieder knapp anderthalb Stunde, weil ich mich mit Mihaela im Zentrum verabredet hatte. Zusammen mit einigen Freunden wollten wir abends in eine Bar gehen. Der Abend war dann auch sehr schön und ich kam mit Mihaelas Freunden sehr gut zurecht. Wir hatten viel Spaß und die Jungs alberten herum und stellten mir ulkige Fragen. Die Stimmung war sehr ausgelassen und alle waren begeistert, endlich „the german girl“ kennenzulernen.

A day's wait

30.10.07

Am Dienstag hatte ich einen wirklich anstrengenden Tag. Am Samstag zuvor hatte ich beim ACTOR-Treffen mit Stefan (dem Neffen von Stefanizo) verabredet, ihn morgens mit zu seiner Uni zu begleiten, da ein Projekt an diesem Tag bei mir ausfiel. Stefan studiert Film (editing, sound, animation) im dritten Jahr und da ich das ja total interessant finde, wollte ich mir das mal anschauen. Allerdings war die von mir kalkulierte Zeit, die der Bus von Mihaelas Wohnung zum Treffpunkt brauchen würde, ziemlich falsch eingeschätzt. Ausgerechnet an diesem Tag war der Verkehr richtig übel und ich kam ne halbe Stunde zu spät. Man kann das vorher nie wirklich sagen, wie lange man braucht, das stört mich in Bukarest wirklich. Am nächsten Tag fuhr ich die gleiche Strecke in der Hälfte der Zeit.
Außerdem hatte ich noch nen Anruf von Rheea bekommen, die ich zu einem Kindergarten-Projekt begleiten sollte. Es war ihr erster Tag in diesem Projekt und da wollte sie mich als Unterstützung. Daher hatte ich nicht wirklich viel Zeit in Stefans Uni und kaum waren wir dort angekommen, musste ich mich auch schon wieder auf den Weg zum Treffpunkt mit Rheea machen. Ganz schön anstrengend...
Der Kindergarten mit Rheea war dann auch sehr ermüdend. Die Kinder waren noch sehr jung und eigentlich die ganze Zeit sehr unkonzentriert. Ich habe ja schon mal geschrieben, dass ich in diesem Alter Origami noch nicht für sinnvoll halte... Zum Glück ging das Projekt nur eine Stunde lang.

Danach machte ich mich wieder auf den Weg zu Stefans Uni, weil ich mir das restliche Programm anschauen wollte. Das war auch wirklich total interessant!
Als ich ankam synchronisierte Stefans Kurs gerade einige Filme selbst nach. In dem Uni-eigenen „Tonstudio“ mit schalldichten Türen und Wänden. So richtig, wie man das aus den Making-ofs von Filmen her kennt. Durch eine dicke Glasscheibe konnte man in den Nachbarraum schauen, in dem einer aus der Gruppe mit Kopfhörern vor einem großen Mikrofon stand und über einen Monitor den gerade laufenden Film sehen konnte. Aus dem Aufnahmeraum wurden dann immer Kommandos und Verbesserungsvorschläge gegeben. War sehr interessant zu sehen, wie sowas läuft, mit drei großen Monitoren, einem Mischpult mit tausend Hebeln und Schaltern und andren technischen Geräten. Stefan selbst hatte auch einen Part zu synchronisieren und machte das echt gut :)
Anschließend zeigte mir Stefan noch die anderen Uniräume, das 3D-Animation-Studio, den riesigen Schrank mit allen möglichen Requisiten zum Erstellen von Geräuschen, so z.B. einige Holzkisten mit unterschiedlichem Inhalt (Steine, Sand...) zum erzeugen von Schritt-Geräuschen. Richtig spannend :)
Das stundenlange Stehen im Tonstudio und dann auch auf dem langen Heimweg im Bus hat mich aber schon arg geschlaucht. Unglaublich, wie lang man vom Stadtzentrum bis zu Mihaela braucht...

das neue Projekt

29.10.07, Mihaelas Wohnung

Am Montag machte ich mich mit Rheea zusammen auf den Weg nach Chitila, wo ich ja mein erstes eigenes Projekt hatte. Ich wusste noch gar nichts und war ziemlich gespannt, was mich dort erwarten würde. Die erste Schwierigkeit zeigte sich schon mal im finden der richtigen Bahn. Chitila ist ein kleines Dorf, das eigentlich schon fast zu Bukarest gehört. Die beiden sind im Nordwesten Bukarests miteinander verwachsen. Nach kurzem Suchen und Herumfragen fanden wir den richtigen Bus und vier Stationen weiter waren wir auch schon da. Das Gebäude selber befand sich versteckt in den verschlungenen kleinen Straßen, aber durch seine leuchtend violette Farbe, fiel es uns schon von weitem auf. Sah wie eine Schule aus. Beim Eingang mussten wir erstmal unsere Personalien angeben, damit wir überhaupt reingelassen wurden und ich war etwas erschlagen von den vielen Menschen, die rumliefen und den vielen Türen auf dem schmalen Gang, in dem wir standen. Zum Glück war Rheea dabei, die alles regelte (die Mitarbeiter dort konnten kein Englisch) und kurz drauf fanden wir dann auch die Managerin, mit der ich in der letzten Woche schon ein treffen gehabt hatte. Sie zeigte uns kurz unseren Arbeitsraum, in dem sich auch schon ein paar Kinder befanden, und verschwand dann wieder ohne weitere Erklärungen. Also begannen wir mit ein paar einfachen Origami-Figuren und die Kinder waren ganz begeistert davon. Am Anfang war es noch ziemlich chaotisch, da Rheea und ich ja noch kaum Erfahrung haben, aber mit der Zeit wurde es besser. Die anderen Erzieherinnen, die ab und zu mal vorbeischauten waren auch sehr kooperativ und halfen uns mit Materialien und den Kindern.
Die Kinder, die in das Tagescenter nach Chitila kommen, haben meistens einen schwierigen familiären Hintergrund und kommen in das Center, um dort nach der Schule ihre Hausaufgaben zu machen und zu spielen. Die Kinder, mit denen wir zu tun hatten, waren so um die 8 Jahre alt und stellten sich als sehr geschickt beim Falten heraus, sodass ich zum Abschluss noch eine schwierigere Figur mit ihnen bastelte. Die fertigen und äußerst bunten Werke hängten wir dann im Raum auf und ich muss sagen, das haben sie wirklich sehr gut gemacht. Die Arbeit hat mir auch Spaß gemacht, da die Kinder sehr aufgeweckt waren und auch versuchten, mit mir zu kommunizieren. Zwei Jungs riefen ständig „Lisa, wait!“, weil sie das von Rheea aufgeschnappt hatten, ohne zuwissen, was es heißt. Nach ca zwei Stunden gingen wir dann wieder und auf dem Rückweg trafen wir im Bus eine der Mitarbeiter des Centers und unterhielten uns noch kurz mit ihr über die Einrichtung. Ich denke, das nächste Mal bin ich besser vorbereitet.

1. November 2007

On the move again

1.11.07, Mihaelas Wohnung
Hallo, nach einer Woche Pause meld ich mich wieder. Wie ihr neben dem Datum sehen könnt, wohn ich momentan wieder woanders. Aber der Reihe nach, es gibt einiges zu erzählen, ich hatte eine anstrengende Woche und war dauernd auf Achse, deshalb erst jetzt der Eintrag.
Ich erzähl jetzt erstmal da weiter, wo ich letztens aufgehört habe.
Am Freitag (26.10.) stand wieder das Kindergartenprojekt mit Misha an. Zwei Stunden lang bastelten wir mit zwei Gruppen Origami-Figuren für Helloween. Hexenhüte und Fledermäuse und die Kinder waren richtig aus dem Häusschen. Vor allem mit der ersten Gruppe macht es richtig Spaß, da in dieser die Kinder schon etwas älter sind und man nicht jeden einzelnen Schritt für sie machen oder verbessern muss. Die zweite Gruppe ist größer, die Kinder jünger und meistens sehr unkonzentriert, sodass ich nach der Stunde schon sehr erschöpft bin. Ich bin wirklich über die Engelsgeduld von Misha und den anderen bei den kleinen Kindern erstaunt. Ich glaube, ganz allein und über längere Zeit hätte ich mir so ein Projekt nicht ausgesucht. Ich arbeite lieber mit den etwas älteren. Die können wenigstens mit dem, was wir da machen, etwas anfangen.

Auf dem Heimweg von diesem Projekt bekam ich eine Nachricht von Andreea, dass sie bis Nachmittags mit ihrer Großmutter unterwegs sei und ich deshalb nicht in die Wohnung könnte. Also vertrieb ich mir die Zeit, in dem nochmal die deutsche Bücherei suchte. Das letzte Mal bin ich doch glatt dran vorbei gelaufen. Aber diesmal fand ich sie. Dazu musste ich aber erst mal in eine Sprachenuniversität reingehen und hatte da natürlich keine Ahnung, wo sich die Bücherei befindet. Also fragte ich einfach mal einen der vorbei eilenden Studenten und bekam geriet dann sogar an einen Studenten mit recht guten Deutschkenntnissen, der mir den Weg beschrieb. In der Bücherei selbst (nur zwei kleine Räume voll) fand gerade ein Deutschkurs statt und ich unterhielt mich auch kurz mit der Dozentin, die einwandfrei und fast ganz ohne Akzent deutsch sprach. Das war für mich sehr komisch, auf einmal mitten in Rumänien mit einer Rumänin deutsch zu sprechen, ohne darauf achten zu müssen, einfache Worte zu verwenden. Die Dozentin erklärte mir kurz wie es in der Bücherei abläuft mit Ausleihen etc. aber da momentan nach den Ferien erst noch alles nicht so ganz funktionierte, riet sie mir in ein oder zwei Wochen wiederzukommen. Aber immerhin hatte ich mich schon mal umgesehen und mich auch mit ein paar der sehr gut deutsch sprechenden Studenten unterhalten. Gut gelaunt machte ich mich auf den Weg zu Andreeas Wohnung, war noch kurz Essen einkaufen und machte es mir dann bei ihr gemütlich.
Und es wurde noch besser. Gegen Abend bekam ich von meiner Kollegin Andreea (nicht die, bei der ich wohne, sondern das neue Mädel mit dem ich mich sehr gut verstehe. Wegen Verwechslungsgefahr nenn ich sie jetzt einfach mal Rheea) eine SMS, ob ich nicht Lust hätte mit ihr und noch ein paar Freunden von ihr etwas trinken zu gehen. Natürlich hatte ich Lust! Bisher hatte ich von den anderen Freiwilligen ja nur leere Versprechungen bekommen.
Wir trafen uns an einer Ubahn-Station im Zentrum Bukarests, gingen kurz in den nahen McDonalds, weil die anderen etwas essen wollten und anschließend in eine sehr versteckte und unscheinbare Gasse, wo sich eine sehr gemütliche Kneipe befand. Dort verbrachten wir einen sehr lustigen Abend. Ich unterhielt mich lange mit Rheea über alles mögliche und wir verstanden uns sehr gut. Auch mit ihren Freunden kam ich gut klar und auf dem Heimweg fuhr ich eine Weile zusammen mit einer der Freundinnen, die mir dann auch versprach, in Kontakt zu bleiben. Nach dem Abend war ich äußerst gut gelaunt und sehr froh darüber, dass wir uns so gut verstanden hatten. Bisher hatte ich ja nur oberflächliche Kontakte mit den anderen Freiwilligen auf der Arbeit oder bei den Samstags-Treffen. Aber Rheea mochte ich wirklich.

Am Samstag dann machte ich mich vormittags mit Andreea auf den Weg zum ACTOR-Treffen und holte vorher auch noch Rheea von der Ubahn-Station ab. Kurz nach uns kamen auch zwei Neue an, die sich kurz vorstellten und wir ihnen einiges über unsere verschiedenen Projekte erzählten. Bis dann alle anderen und Eugenia ankamen, dauerte es nochmal eine gute Stunde. Termine werden wirklich nicht so genau genommen... Aber es gab auch wie immer ganz viele Kekse (die für mich als EVS-Freiwilligen kostenlos sind *gg*), auf die ich mich in der Zwischenzeit stürzte. Wir lernten ein paar neue Origami-Figuren, die uns Andreea zeigte (sie organisiert die Treffen und hat da echt Ahnung) und besprachen die nächsten wichtigen Termine. Ich lernte auch Mihaela kennen, eine Freiwillige, die schon länger nicht mehr in ACTOR aktiv war, die mich aber bei sich aufnehmen wollte. Eugenia hatte sie zum Glück gefragt. Mit Mihaela vereinbarte ich dann eine Zeit, wann ich noch an diesem Tag zu ihr kommen wollte. Nach dem Treffen fuhr ich zurück zu Andreea, kaufte eine große Merci-Schokoladenpackung und Blumen für Andreeas Familie, die sich da auch sehr drüber freute und begann dann, meine Sachen zu packen. Erstaunlich, wie viel sich da doch anhäuft. Allein Essenszeug waren schon drei volle Tüten und ich hatte wirklich schwer zu schleppen. Gerade so schaffte ich alles zu tragen. So machte ich mich auf den Weg zur Ubahn-Station, fuhr sechs Stationen weit und wurde dort von Mihaela in Empfang genommen. Aber damit war die Tour noch nicht zuende. Ich war langsam am Ende meiner Kräfte, aber es war noch ein weites Stück mit Bus und Tram bis zu ihrer Wohnung, in der sie allein mit ihrer Mutter wohnt. Mihaela ist 17 und noch in ner privaten High School (vergleichbar mit unsrem Gymnasium). Sie wohnt im südwestlichen Randbezirk von Bukarest in einer großen Hochhaussiedlung. Bei ihr angekommen, servierte mir die Mutter erst mal einen saftigen Braten und redete die ganze Zeit auf mich ein (auf rumänisch...). Sie war total aufgedreht, dass ich da war und freute sich richtig, das fand ich sehr schön, nachdem ich bei Andreea zu Hause ja eher ignoriert wurde.

Am Sonntag wollte ich mir dann den Botanischen Garten ansehen, über den ich schon viel gehört hatte und der relativ in der Nähe von Mihaelas Wohnung ist. Mihaela und ihre Mutter wollten mich begleiten und so machten wir uns nachmittags auf den Weg. Der Botanische Garten ist wie ein riesiger Park angelegt mit schönen Wegen, aber auch versteckten und sumpfigen Pfaden und allen möglichen Pflanzen rechts und links der Wege. Es gibt auch ein paar große Gebäude, in denen exotische Pflanzen zu finden sind. Das Wetter war zwar nicht das beste, aber es ging und wir hatten eine sehr schöne Zeit zusammen, ich fühlte mich mit den beiden sehr wohl und Mihaela dolmetschte immer für mich, da ihre Mutter mich über alle möglichen Dinge ausfragte.
Anschließend fuhr ich mit Mihaela weiter Richtung Stadtzentrum, da wir uns dort mit zwei ihrer Klassenkameraden treffen wollten, um zusammen ins Kino zu gehen. Der Film selbst hat mir nicht so gut gefallen (wir haben „Superbad“ angeschaut), aber ich fand es sehr schön, in Gesellschaft zu sein. Das hat mir richtig gefehlt. Ich war also rundum zufrieden.