11.10.2007, Bukarest
Eigentlich hätte ich heute ein Krankenhaus-Projekt mit Miki am späten Nachmittag gehabt. Sie meinte dann allerdings kurz vorher, dass wir es ausfallen lassen, da wir nur zu zweit seien und die Gegend nicht sicher ist, wenn es dunkel wird. Es sollen sich dort viele aggressive Zigeuner rumtreiben, die einen in Gruppen von Kopf bis Fuß bestehlen. Ich hatte bisher damit noch keine eigenen Erfahrung gemacht, aber von den andren Freiwilligen oder auch vor allem von Eugenias größerem Sohn Mihai habe ich nichts Gutes gehört. Mihai hatte richtig beschwöhrend auf mich eingeredet, sofort die Straßenseite zu wechseln, sobald ich einen Zigeuner sehe und bloß keinen Kontakt zu ihnen zu haben, da sie sehr aggressiv sein sollen und einem alles abnehmen. Da hatte der Mann, der in Apold den Vortrag über die Roma gehalten hat, zwar ganz andere Ansichten, aber sicherlich kann man das – wie alles andere auch – nicht verallgemeinern.
Ich hatte Alexandra nach einer Bücherei gefragt, da ich in meiner (momentan noch) vielen Freizeit mal was lesen wollte. Und heute an meinem freien Tag machte ich mich auf die Suche nach der größten Bibliothek Bukarests, die ich sogar auch auf Anhieb fand. Ich habe allerdings momentan kein Geld mehr, deswegen konnte ich mir den Jahresbeitrag noch nicht bezahlen. Aber ich bekam schon mal eine Führung auf Englisch und eine Erklärung, wie alles so funktioniert. Ganz schön kompliziert und ein enormer Aufwand. Naja, wird schon seinen Sinn haben. Ich denke, die ersten Male werde ich trotzdem immer nochmal fragen müssen.
Auf dem Heimweg ging ich nochmal im großen Supermarkt einkaufen und zurück im Apartment machte ich mich daran, mit Handbesen und Schaufel den Teppichboden zu kehren. Einen Staubsauger gibts hier nämlich nur bei den Jungs am Ende des Gangs und Alice meinte, wir könnten ihn uns nicht so oft ausleihen. Mit dem Besen war es wirklich ziemlich mühselig und nicht gerade sehr erfolgreich, den Teppich zu säubern, aber immerhin etwas.
Da ich jetzt schon ein paar Mal gefragt wurde, was so typische kulturelle Eigenschaften oder Mentalitäten in Rumänien sind, will ich hier gleich mal ein paar Dinge aufzählen. Ist natürlich nicht alles, mehr kommt später. Das hier sind erst mal das, was mir als erstes aufgefallen ist.
Das erste, was mir aufgefallen ist, als ich hier ankam, war die lebensmüde fahrweise der bukarester. Vorfahrtsregeln sind dazu da, um gebrochen zu werden. Ampeln werden prinzipiell überfahren und am Zebrastreifen muss man als Fußgänger einfach loslaufen und das beste hoffen, da sonst nie auch nur ein auto anhalten wird. Alle fahren wie die henker und wenn es mal nicht schnell genug geht, wird laut gehupt. Fahrspurmarkierungen sind bloß zur dekoration da und ich war jedesmal heilfroh, wenn ich aus dem auto aussteigen konnte. Ich glaub, hier trau ich mich nicht selbst zu fahren. Ein auto ohne dellen ist hier kein richtiges auto. Oftmals haben die karren nicht mal sicherheitsgurte, geschweige denn nen tüv. Überholen in engen, unübersichtlichen kurven, wer bremst, verliert. Ich würd sagen, das beschreibt die Fahrweise ganz gut. Als ich in der Türkei war, war das genauso. Scheint also hier in der Ecke Europas doch verbreitet zu sein.
Was mir als nächstes auffiel, war der handkuss. Mittlerweile ist es wieder sehr üblich, vor allem unter jüngeren leuten, als zeichen besonderen danks oder zuneigung oder manchmal auch zur begrüßung, dass der junge dem mädchen einen handkuss gibt. Ich find das echt toll, das hat was. Als ich noch nichts von dem brauch wusste und mir dann ein handkuss gegeben wurde, war ich erst mal total überrascht, aber jetzt im nachhinein ist mir alles klar ;)
Als nächstes ist es für mich wirklich erstaunlich, wieviele bettler es hier gibt. Vielleicht ist das auch nur in einer so großen stadt wie bukarest so, aber auf jeden fall ist es für mich sehr erschreckend. Vor allem viele Kinder oder alte Leute sitzen Tag für Tag an den Straßenrändern und halten die Hand auf. Es gibt auch viele sehr aufdringliche oder aggressive Bettler. Wenn man mit dem Auto an ner Ampel steht, kommen viele Bettler zu einem, klopfen an die Scheibe und erzählen etwas. Oder wenn man zu Fuß unterwegs ist, folgen einem kleine Kinder äußerst hartnäckig. Oder als ich in Sighisoara war, war dort am Bahnhof ne ganze Gruppe Jugendlicher mit einem Kleinkind und haben Essen oder Geld erbettelt. Selbst als sie dann was bekommen hatten, waren sie immer noch äußerst aufdringlich und wichen einem nicht von der Pelle.
Begrüßungen unter Freunden sind immer sehr herzlich und es gibt auf jede Wange nen Schmatzer. Wenn man sich trifft, schallt einem schon von weitem ein lautes „tsche fatsch?" entgegen (das ist jetzt in Lautschrift geschrieben), was „wie gehts?" heißt. Die Standartantwort „bine" (= gut) wird meistens weggelassen. Das mag ich nicht so. Dieses „wie gehts" so als Floskel, auf die man gar nichts anderes als „gut" antworten kann. Das ist nicht so mein Fall.
Und was Rumänen gar nicht mögen: Drakula und seine Vampirschar. Rumänen finden es alles andre als toll, dass ihr Land immer als erstes mit den Vampiren aus Transylvanien in Verbindung gebracht wird. Die Einzigen, die den Mythos noch schüren sind die Touristikverbände, die massig Kohle an lebensgroßen Drakulastatuen und andren Souveniers wie Tassen und dem üblichen Kram verdienen.
Was mir auch aufgefallen ist: die enorme Vermüllung der Umwelt. Abfälle werden oftmals einfach aus dem Fenster geworfen. Egal ob Zuhause, im Auto oder unterwegs. Da kann der Mülleimer drei Meter weiter stehen, das Papier wird zusammengeknüllt auf den Boden geschmissen. Mülltrennung gibts hier gar nicht und allgemein das Bewusstsein für Müllentsorgung ist überhaupt nicht ausgeprägt. Keiner stört sich scheinbar an zugemüllten Straßenrändern.
13. Oktober 2007
Computerdoktor
10.10.2007, Bukarest
Als erstes Projekt für heute stand der Bambi-Kindergarten eine Busstation von mir entfernt an. Eine Stunde lang bastelten wir (Andreea und ich) mit einer kleinen Gruppe Kinder verschiedene Figuren und ich versuchte mich so gut wie möglich zu integrieren. Ich denke, ich werde besser ;-) immerhin hören die Kinder schonmal auf mich, auch wenn ich noch nicht viel sagen kann.
Anschließend gings zum Alexandru Krankenhause. Da wir dazwischen noch ne Menge Zeit hatten, zeigte mir Andreea den großen Markt am Piata Obor, der auf dem Weg lag. Ähnlich wie der, den ich vorher schon entdeckt hatte, gabs dort alles mögliche von Obst und Gemüse über frischen Fisch oder Käse, Pilze, Kleidung, Handys (eigentlich nur gestohlene), Uhren (auch gestohlene), Schmuck uvm. Andreea gab mir ein paar Tips, bei welchen Händlern man lieber nicht kauft oder worauf man achten muss bei dem Gewühl an unzähligen Menschen und Angeboten.
Beim Krankenhaus trafen wir dann noch ein anderes Mädel (heißt auch Andreea, der Name ist in Rumänien sehr beliebt. Ungefähr so wie Lisa in Deutschland *g*), das völlig neu bei ACTOR war und dies ihr erstes Projekt sein würde. Wir erklärten ihr kurz, was wir im Krankenhaus machen, bereiteten einige Dinge vor und schon gings los. Das neue Mädel traute sich auch gleich zu, ganz allein in ein Zimmer zu gehen und so besuchte ich mit der „alten" Andreea ein ca 7 Jahre altes Mädchen mit seiner Mutter, das ziemlich schlimme Verbrennungen im Gesicht und an den Händen hatte. Mittlerweile waren sie schon wieder halbwegs gut verheilt, aber es waren doch sehr deutliche Narben auf der ganzen Haut zu sehen. Das Mädel war aber quicklebendig und interessierte sich auch nicht so für das Malbuch, das wir ihr mitgebracht hatten, sondern sprang die ganze Zeit zwischen unseren Beinen herum. Wir waren also eher zur Beschäftigung der Mutter da, der wir ein paar schöne Origami-Blumen zeigten. Zeitweise war ich auch alleine mit den Beiden und versuchte mich mit der Mutter zu unterhalten, was nicht so einfach war, da sie nur ganz wenig englisch konnte und mein rumänisch ja nicht über „Hallo" etc. rausgeht. Aber das Mädel war wirklich sehr aufgedreht und zeigte mir dann die Musik auf ihrem Mp3-Player. Da war „Manele" drauf, eine Musikrichtung die momentan in Rumänien ziemlich verbreitet ist. Manche hassen sie, manche lieben sie. Für mich ist das nichts und klingt eher so wie ne Mischung aus 0815-Pop und Folkloreschlagern. Naja, wems gefällt.
Nach der Stunde verfassten wir dann noch einen kurzen Bericht über das heutige Projekt, der an Eugenia geschickt wird und ich machte mich auf den Heimweg.
Im Apartment versuchte ich dann wie in den letzten Tagen Alices PC auf Vordermann zu bringen. Das Ding ist eigentlich gar nicht alt und könnte super laufen. Hat auch XP und alles. Aber da sind so viele Viren drauf und alles ist total versumpft, sodass schon allein das Öffnen eines Ordners fast fünf Minuten braucht (ohne Übertreibung) und zwei Programme gleichzeitig laufen zu lassen ist sowieso unmöglich. Ich bin da ja auch kein Experte, aber son bisschen hab ich schon Ahnung (an dieser Stelle Danke an Onkel Olaf) und versuche nun schon seit Tagen mit diversen TuneUp-Programmen, Registry-Cleanern und Virenscannern den Computer etwas flotter zu machen. Hat auch schon was gebracht, aber da gibts noch einiges zu tun. Alice hatte nichtmal ihre Firewall aktiviert und hat ihre kleine Festplatte bis obenhin mit Daten vollgestopft. Aber ich habe Hoffnung :) Alexandra, meine neue Quasi-Mitbewohnerin nennt mich jetzt schon den „Computer-Doctor" und Alice war ganz entzückt, dass sie plötzlich wieder Musik hören konnte, ohne dass der PC abstürzt.
Als erstes Projekt für heute stand der Bambi-Kindergarten eine Busstation von mir entfernt an. Eine Stunde lang bastelten wir (Andreea und ich) mit einer kleinen Gruppe Kinder verschiedene Figuren und ich versuchte mich so gut wie möglich zu integrieren. Ich denke, ich werde besser ;-) immerhin hören die Kinder schonmal auf mich, auch wenn ich noch nicht viel sagen kann.
Anschließend gings zum Alexandru Krankenhause. Da wir dazwischen noch ne Menge Zeit hatten, zeigte mir Andreea den großen Markt am Piata Obor, der auf dem Weg lag. Ähnlich wie der, den ich vorher schon entdeckt hatte, gabs dort alles mögliche von Obst und Gemüse über frischen Fisch oder Käse, Pilze, Kleidung, Handys (eigentlich nur gestohlene), Uhren (auch gestohlene), Schmuck uvm. Andreea gab mir ein paar Tips, bei welchen Händlern man lieber nicht kauft oder worauf man achten muss bei dem Gewühl an unzähligen Menschen und Angeboten.
Beim Krankenhaus trafen wir dann noch ein anderes Mädel (heißt auch Andreea, der Name ist in Rumänien sehr beliebt. Ungefähr so wie Lisa in Deutschland *g*), das völlig neu bei ACTOR war und dies ihr erstes Projekt sein würde. Wir erklärten ihr kurz, was wir im Krankenhaus machen, bereiteten einige Dinge vor und schon gings los. Das neue Mädel traute sich auch gleich zu, ganz allein in ein Zimmer zu gehen und so besuchte ich mit der „alten" Andreea ein ca 7 Jahre altes Mädchen mit seiner Mutter, das ziemlich schlimme Verbrennungen im Gesicht und an den Händen hatte. Mittlerweile waren sie schon wieder halbwegs gut verheilt, aber es waren doch sehr deutliche Narben auf der ganzen Haut zu sehen. Das Mädel war aber quicklebendig und interessierte sich auch nicht so für das Malbuch, das wir ihr mitgebracht hatten, sondern sprang die ganze Zeit zwischen unseren Beinen herum. Wir waren also eher zur Beschäftigung der Mutter da, der wir ein paar schöne Origami-Blumen zeigten. Zeitweise war ich auch alleine mit den Beiden und versuchte mich mit der Mutter zu unterhalten, was nicht so einfach war, da sie nur ganz wenig englisch konnte und mein rumänisch ja nicht über „Hallo" etc. rausgeht. Aber das Mädel war wirklich sehr aufgedreht und zeigte mir dann die Musik auf ihrem Mp3-Player. Da war „Manele" drauf, eine Musikrichtung die momentan in Rumänien ziemlich verbreitet ist. Manche hassen sie, manche lieben sie. Für mich ist das nichts und klingt eher so wie ne Mischung aus 0815-Pop und Folkloreschlagern. Naja, wems gefällt.
Nach der Stunde verfassten wir dann noch einen kurzen Bericht über das heutige Projekt, der an Eugenia geschickt wird und ich machte mich auf den Heimweg.
Im Apartment versuchte ich dann wie in den letzten Tagen Alices PC auf Vordermann zu bringen. Das Ding ist eigentlich gar nicht alt und könnte super laufen. Hat auch XP und alles. Aber da sind so viele Viren drauf und alles ist total versumpft, sodass schon allein das Öffnen eines Ordners fast fünf Minuten braucht (ohne Übertreibung) und zwei Programme gleichzeitig laufen zu lassen ist sowieso unmöglich. Ich bin da ja auch kein Experte, aber son bisschen hab ich schon Ahnung (an dieser Stelle Danke an Onkel Olaf) und versuche nun schon seit Tagen mit diversen TuneUp-Programmen, Registry-Cleanern und Virenscannern den Computer etwas flotter zu machen. Hat auch schon was gebracht, aber da gibts noch einiges zu tun. Alice hatte nichtmal ihre Firewall aktiviert und hat ihre kleine Festplatte bis obenhin mit Daten vollgestopft. Aber ich habe Hoffnung :) Alexandra, meine neue Quasi-Mitbewohnerin nennt mich jetzt schon den „Computer-Doctor" und Alice war ganz entzückt, dass sie plötzlich wieder Musik hören konnte, ohne dass der PC abstürzt.
Arbeitsstress und Alex
09.10.2007, Bukarest
Mein erstes Projekt heute war wieder der Militär-Kindergarten mit Andreea zur gleichen Zeit wie gestern. Heute hatten wir zwei andere Gruppen von jeweils ca 10 Kindern. Die beiden Gruppen waren nicht so aufgedreht wie die gestrigen und wir konnten unsre Arbeit gut durchziehen. Fand ich allerdings etwas langweiliger ;-)
Halb 11 waren wir dann fertig und als nächstes stand für mich ein Projekt in einer Schule zusammen mit Miki an. Da wir uns aber erst zwei Stunden später treffen wollten, hatte ich noch viel Zeit, um durch den nahegelegenen Park zu laufen und meine eingepackten Brote zu essen, die ich vorher aber noch gegen einen sehr aufdringlichen Bettler verteidigen musste. Auf dem Weg zur Ubahn-Station fand ich einen kleinen Laden mit ein paar ziemlich coolen Klamotten und da ich noch viel Zeit übrig hatte, schaute ich mich mal um. Einige Zeit später und um zwei schicke Kleidungsstücke reicher (zusammen für nur ca 12 Euro, da muss man doch zuschlagen!) machte ich mich wieder auf den Weg. Vom Treffpunkt aus fuhr ich dann mit Miki nochmal ne ganze Ecke mit der Ubahn bis ans nordwestliche Ende der Stadt (mit dreimal umsteigen, echt nervig!) und von dort aus nochmal kurz zu Fuß bis zum Schulgebäude. Wir hatten drei Schulklassen jeweils eine Stunde lang, mit denen wir Kleidungsstücke wie T-shirts, Krawatten, Hosen und Röcke aus Papier falteten und anschließend auf Plakate klebten. Das machte den Kindern ( 2te und 4te Klasse) schon sehr viel Spaß und sie waren mit vollem Eifer dabei. Diese Arbeit hat mir gut gefallen, da die Kinder selber sehr aktiv waren und ich auch mit wenigen einfachen Worten, die ich mittlerweile gelernt hatte, mich gut mit ihnen verständigen konnte. Allerdings musste ich dann schon etwas eher wieder weg, da ich eine SMS von Cristina bekommen hatte, die mich gegen 4 bei einem Kindergarten ganz in der Nähe von meinem Apartment erwartete und da braucht man schon ne Stunde hin. Zuerst besprachen wir noch kurz etwas mit der Leiterin und hatten dann die erste der zwei Gruppen (je ne halbe Stunde). Die Kinder waren noch sehr jung, vielleicht zwei oder drei Jahre alt) und sehr unbeholfen beim Falten, sodass Cristina und ich die Figuren der Kinder eigentlich alle vollständig selber bastelten. Mittlerweile war ich von der ganzen Rumrennerei schon sehr erledigt und stand die zwei Gruppen gerade so mit Mühe und Not durch. Einige der Kinder wollten sich auch gar nicht helfen lassen und fingen an zu Schreien, als ich ihnen eine Faltung korrigieren wollte. Danach war ich wirklich fertig, doch bevor ich mich auf mein Bett legen und ausruhen konnte, musste ich noch die acht Stockwerke hochlaufen, da der Fahrstuhl mal wieder (wie immer, wenn man ihn mal wirklich braucht) kaputt war. Dieses Ding ist sowieso etwas merkwürdig. Wenn er mal funktioniert und man damit fährt, muss man die Türen zuhalten, da erst sonst einfach zwischen den Stockwerken stehenbleibt. Ist mir schon mal passiert. Aber zum Glück hatte ich schon davon gehört und drückte einfach gegen die Türen, drückte nochmal den Knopf und schon gings weiter.
Im Apartment waren dann auch Alice und Alexandra und nach der letzten Woche, in der ich eigentlich immer allein war, war ich richtig froh über Alexandras Gesellschaft. Sie übernachtete dann auch hier und wir unterhielten uns noch eine Weile.
Mein erstes Projekt heute war wieder der Militär-Kindergarten mit Andreea zur gleichen Zeit wie gestern. Heute hatten wir zwei andere Gruppen von jeweils ca 10 Kindern. Die beiden Gruppen waren nicht so aufgedreht wie die gestrigen und wir konnten unsre Arbeit gut durchziehen. Fand ich allerdings etwas langweiliger ;-)
Halb 11 waren wir dann fertig und als nächstes stand für mich ein Projekt in einer Schule zusammen mit Miki an. Da wir uns aber erst zwei Stunden später treffen wollten, hatte ich noch viel Zeit, um durch den nahegelegenen Park zu laufen und meine eingepackten Brote zu essen, die ich vorher aber noch gegen einen sehr aufdringlichen Bettler verteidigen musste. Auf dem Weg zur Ubahn-Station fand ich einen kleinen Laden mit ein paar ziemlich coolen Klamotten und da ich noch viel Zeit übrig hatte, schaute ich mich mal um. Einige Zeit später und um zwei schicke Kleidungsstücke reicher (zusammen für nur ca 12 Euro, da muss man doch zuschlagen!) machte ich mich wieder auf den Weg. Vom Treffpunkt aus fuhr ich dann mit Miki nochmal ne ganze Ecke mit der Ubahn bis ans nordwestliche Ende der Stadt (mit dreimal umsteigen, echt nervig!) und von dort aus nochmal kurz zu Fuß bis zum Schulgebäude. Wir hatten drei Schulklassen jeweils eine Stunde lang, mit denen wir Kleidungsstücke wie T-shirts, Krawatten, Hosen und Röcke aus Papier falteten und anschließend auf Plakate klebten. Das machte den Kindern ( 2te und 4te Klasse) schon sehr viel Spaß und sie waren mit vollem Eifer dabei. Diese Arbeit hat mir gut gefallen, da die Kinder selber sehr aktiv waren und ich auch mit wenigen einfachen Worten, die ich mittlerweile gelernt hatte, mich gut mit ihnen verständigen konnte. Allerdings musste ich dann schon etwas eher wieder weg, da ich eine SMS von Cristina bekommen hatte, die mich gegen 4 bei einem Kindergarten ganz in der Nähe von meinem Apartment erwartete und da braucht man schon ne Stunde hin. Zuerst besprachen wir noch kurz etwas mit der Leiterin und hatten dann die erste der zwei Gruppen (je ne halbe Stunde). Die Kinder waren noch sehr jung, vielleicht zwei oder drei Jahre alt) und sehr unbeholfen beim Falten, sodass Cristina und ich die Figuren der Kinder eigentlich alle vollständig selber bastelten. Mittlerweile war ich von der ganzen Rumrennerei schon sehr erledigt und stand die zwei Gruppen gerade so mit Mühe und Not durch. Einige der Kinder wollten sich auch gar nicht helfen lassen und fingen an zu Schreien, als ich ihnen eine Faltung korrigieren wollte. Danach war ich wirklich fertig, doch bevor ich mich auf mein Bett legen und ausruhen konnte, musste ich noch die acht Stockwerke hochlaufen, da der Fahrstuhl mal wieder (wie immer, wenn man ihn mal wirklich braucht) kaputt war. Dieses Ding ist sowieso etwas merkwürdig. Wenn er mal funktioniert und man damit fährt, muss man die Türen zuhalten, da erst sonst einfach zwischen den Stockwerken stehenbleibt. Ist mir schon mal passiert. Aber zum Glück hatte ich schon davon gehört und drückte einfach gegen die Türen, drückte nochmal den Knopf und schon gings weiter.
Im Apartment waren dann auch Alice und Alexandra und nach der letzten Woche, in der ich eigentlich immer allein war, war ich richtig froh über Alexandras Gesellschaft. Sie übernachtete dann auch hier und wir unterhielten uns noch eine Weile.
der Militaer-Kindergarten
08.10.2007, Bukarest
Heute Morgen klingelte mein Wecker kurz vor 7 und ich quälte mich aus dem warmen Bett. Bin ich überhaupt nicht mehr gewohnt, so früh aufzustehen. Aber heute hatte ich das Projekt im Militär-Kindergarten mit Andreea und brauche bis dort hin ungefähr ne dreiviertel Stunde mit Bus, Bahn und zu Fuß.
Die Arbeit mit den Kindern war auch sehr gut. Ich war zwar noch etwas müde, aber die Kids hielten mich auf Trab. Sie waren auch schon etwas älter und wir hatten eine Gruppe erwischt, die sehr aufgedreht war. Aber es lief alles sehr gut und ich konnte mich auch gut in die Arbeit integrieren, auch ohne viel zu reden. Am Ende der Stunde waren einige der kleinen Mädchen so von Andreea und mir begeistert, dass sie sich zum Abschied an unsre Beine klammerten (viel größer waren sie ja nicht). Ein Mädel wollte gar nicht mehr loslassen. Das gleiche Programm machten wir dann noch in einer zweiten Gruppe, die auch sehr gut lief. Es waren immer ziemlich viele Kinder, so 15 bis 20, aber trotzdem hatten wir sie ganz gut im Griff.
Gegen Mittag war ich dann wieder zurück im Apartment und erledigte ein paar „Haushalts"-Sachen. Am Nachmittag kam dann Alexandra vorbei, eine Freundin von Alice, die sich mit ihr hier verabredet hatte. Da Alice aber noch länger brauchte und ich sonst nichts weiter zu tun hatte, unterhielt ich mich mit Alex, die sehr gut Englisch kann und verstand mich auch sehr gut mit ihr. Sie erzählte mir von den Problemen mit ihren jetzigen Mitbewohnerinnen und fragte dann später, ob sie nicht vielleicht ab und zu mal hier bei Alice und mir bleiben könnte. Da ich sie wirklich sehr nett fand, sagte ich ihr zu und wir redeten noch über alles mögliche, bis Alice dann kam und sie zusammen weggingen. Die Wohnungen hier sind ja wirklich nicht sehr groß und eigentlich für vier Personen ausgelegt, die dann in zwei Doppelstockbetten schlafen. Und in Alexandras Zimmer waren schon insgesamt vier Mädels und zusätzlich noch ein Hund und eine Katze. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das gehen soll. Schon für mit zwei Personen ist das Apartment eigentlich zu voll. Für die Tiere ist das ja dann auch nicht so toll.
Heute Morgen klingelte mein Wecker kurz vor 7 und ich quälte mich aus dem warmen Bett. Bin ich überhaupt nicht mehr gewohnt, so früh aufzustehen. Aber heute hatte ich das Projekt im Militär-Kindergarten mit Andreea und brauche bis dort hin ungefähr ne dreiviertel Stunde mit Bus, Bahn und zu Fuß.
Die Arbeit mit den Kindern war auch sehr gut. Ich war zwar noch etwas müde, aber die Kids hielten mich auf Trab. Sie waren auch schon etwas älter und wir hatten eine Gruppe erwischt, die sehr aufgedreht war. Aber es lief alles sehr gut und ich konnte mich auch gut in die Arbeit integrieren, auch ohne viel zu reden. Am Ende der Stunde waren einige der kleinen Mädchen so von Andreea und mir begeistert, dass sie sich zum Abschied an unsre Beine klammerten (viel größer waren sie ja nicht). Ein Mädel wollte gar nicht mehr loslassen. Das gleiche Programm machten wir dann noch in einer zweiten Gruppe, die auch sehr gut lief. Es waren immer ziemlich viele Kinder, so 15 bis 20, aber trotzdem hatten wir sie ganz gut im Griff.
Gegen Mittag war ich dann wieder zurück im Apartment und erledigte ein paar „Haushalts"-Sachen. Am Nachmittag kam dann Alexandra vorbei, eine Freundin von Alice, die sich mit ihr hier verabredet hatte. Da Alice aber noch länger brauchte und ich sonst nichts weiter zu tun hatte, unterhielt ich mich mit Alex, die sehr gut Englisch kann und verstand mich auch sehr gut mit ihr. Sie erzählte mir von den Problemen mit ihren jetzigen Mitbewohnerinnen und fragte dann später, ob sie nicht vielleicht ab und zu mal hier bei Alice und mir bleiben könnte. Da ich sie wirklich sehr nett fand, sagte ich ihr zu und wir redeten noch über alles mögliche, bis Alice dann kam und sie zusammen weggingen. Die Wohnungen hier sind ja wirklich nicht sehr groß und eigentlich für vier Personen ausgelegt, die dann in zwei Doppelstockbetten schlafen. Und in Alexandras Zimmer waren schon insgesamt vier Mädels und zusätzlich noch ein Hund und eine Katze. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das gehen soll. Schon für mit zwei Personen ist das Apartment eigentlich zu voll. Für die Tiere ist das ja dann auch nicht so toll.
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