24. Oktober 2007

ein neues Projekt

23.10.2007, Andreeas Wohnung
Am Samstag fand wieder das ACTOR-Treffen statt. Wir waren ca 15 Freiwillige und Stefanizo. Es waren auch wieder drei neue Gesichter für mich dabei. So langsam lerne ich alle nach und nach kennen. Zuerst begannen wir mit einer kurzen Besprechung der Projekte der vergangenen Woche und dann forderte mich Stefanizo auf, von meinem Problem mit dem Diebstahl zu erzählen und fragte anschließend die anderen, was sie für Erfahrungen damit gemacht haben. Also so ne Art Gruppentherapie ;-) Und es ging noch weiter. Ich hatte vor ein paar Tagen mal Eugenia erzählt, dass ich nach der Arbeit nicht viel zu tun habe und gerne mehr mit den anderen unternehmen würde und nicht immer nur allein durch die Gegend ziehen will. Das sollte ich jetzt nochmal vor der Gruppe erzählen und anschließend fragte Stefanizo jeden, was er tun würde, wenn er neu in einem fremden Land ist und wie er sich fühlen würde. Die Antworten haben mir allerdings nicht sehr viel weiter geholfen. Die meisten meinten, sie würden versuchen, neue Freunde zu finden und Museen besichtigen. Die Frage für mich ist eben nur das Wie. Neue Freunde fallen ja nicht vom Himmel und ich will mich den andren auch nicht aufdrängen. Aber naja, es war ein Versuch. Wir machten auch ein mir bis dahin unbekanntes „Forum Theater“. In Zweiergruppen war jeweils die Hand des einen ein Spiegel und der andre musste den Bewegungen des Spiegels mit dem ganzen Körper folgen. Als besondere Schwierigkeit machten wir das dann auch noch zu dritt. War auf jeden Fall sehr lustig.
Anschließend versuchten wir uns an ein paar neuen Origami-Figuren, zu denen Andreea die Vorlagen mitgebracht hatte. Bei mir klappte das noch nicht ganz so gut. Bei den Vorlagen weiß ich nie so genau, wie die Erklärungen und Abbildungen gemeint sind. Aber es sah zumindest halbwegs so aus, wie auf dem Bild.

Ich bekam dann auch einen Anruf von der Leiterin einer Art Hort, die mich als Freiwilligen haben wollte. Der Hort befindet sich in Chitila, einem kleinen Dorf am Rande von Bukarest und ich sollte Montag Morgen dorthin kommen. Das weitere Wochenende verlief für mich ziemlich ruhig. Am Sonntag wartete ich die ganze Zeit darauf, dass Mikaela mich anrufen würde, da sie beim ACTOR-Treffen noch gesagt hatte, sie müsse mir noch etwas wichtiges geben, bevor sie für eine Woche in die Türkei fliegt und sie würde mich anrufen. Es kam allerdings kein Anruf. Und auch mit der Leiterin des Horts lief alles nicht ganz so, wie ich mir das gedacht hatte. Von Eugenia hatte sie meine Yahoo Messenger ID bekommen und schrieb mir Sonntag Nachmittag, dass ich am Montag um 10 in Chitila sein sollte. In der nächsten Nachricht schrieb sie allerdings, dass sie mich am Morgen oder am Nachmittag anrufen würde und wieder in der nächsten Nachricht schrieb sie, sie würde sich Morgens melden, um einen Tag zu finden, an dem wir uns treffen können. Etwas verwirrend und auf meine Nachfrage antwortete sie erst mal nicht.
Montag Morgen bekam ich dann aber tatsächlich einen Anruf von ihr, in der wir uns für Dienstag gegen 11 in Chitila verabredeten. Ein paar Stunden später rief sie mich wieder an und meinte, sie wäre am Dienstag doch nicht in Chitila erreichbar, da sie in Bukarest eine Besprechung hatte. Also vereinbarte ich mit ihr, mich in Bukarest gegen 11 zu treffen. War für mich auch besser, da der Weg wesentlich kürzer ist. Allerdings finde ich diese ständigen Änderungen etwas nervig. Immerhin hatte ich schon Miki für unser Schulprojekt abgesagt, da ich nach vorheriger Planung zu der Zeit noch in Chitila gewesen wäre. Aber anscheinend bin ich die Einzige hier, die das stört...
Das Treffen mit der Hortleiterin (namens Oana Roman) lief dann aber sehr gut. Ich fand gleich das vereinbarte Gebäude, in dem ihr Büro in Bukarest liegt und unterhielt mich knapp ne Stunde mit ihr über das Projekt, was mich erwartet, was meine Aufgaben und Möglichkeiten sind und über vieles andere, so z.B. auch über meine bisherigen Erlebnisse hier, über mein „Hometown“ Kulmbach, über das Leben in Bukarest (sie wohnt erst seit einem Jahr hier) uvm. Oana ist 27 und wir verstanden uns sehr gut. Nächste Woche Montag werde ich dann nach Chitila fahren und mir alles ansehen. Hoffentlich ist Oana dann auch dort, da das Personal und die Kinder kein Englisch sprechen und ich denke nicht, dass ich bis dahin soviel rumänisch gelernt habe ;-) aber ich kann ihnen ein paar Origami-Figuren zeigen, die ich mittlerweile kann und irgendwie wird das schon klappen. Ist ja erst mal hauptsächlich zur Info für mich, damit ich sehe, welche Möglichkeiten ich habe und wie die Kinder und Jugendlichen (im Alter von 7 bis 18) so sind.

Nach dem Treffen hatte ich sogar noch Zeit, bevor das Schulprojekt mit Miki anfing und so lief ich noch eine Weile durch den nahen Herastrau-Park, den ich letztens schon mal besucht hatte. Diesmal war aber wesentlich besseres Wetter und ich fand sogar den großen See am Ende des Parkes, ein kleines Museum, einen Freizeitpark und ein paar wichtig aussehende Gebäude. Hat mir sehr gut gefallen. Die Sonne schien wunderbar, nachdem die letzten Tage scheußliches Wetter gewesen war mit Regen und Wind und Eiseskälte. Ich setzte mich auf eine Bank, aß meine mitgebrachten Brote und genoss die Sonnenstrahlen mit Blick auf den schönen See, umrahmt von herbstbunten Bäumen und Büschen.
Perfectly on time kam ich dann bei der Schule an und wir hatten drei angenehme Stunden in den verschiedenen Gruppen. Selbst die von uns ungeliebten Viertklässer waren diesmal brav und aktiv bei der Sache. Miki hatte für die den schon recht komplizierten Fisch ausgesucht, da hatten sie gut mit zutun :-) Die zwei erste Klassen waren auch sehr angenehm. Die Kinder waren von uns und Origami begeistert wie die letzten Male und einige Kinder versuchten mit „Hello, my name is Andrei“ auf sich aufmerksam zu machen ;-) Sie sind ganz stolz, wenn ich dann auch auf Englisch antworte. Mittlerweile habe ich mich auch „hochgearbeitet“ und die Kinder kommen auch zu mir, wenn sie Hilfe brauchen, obwohl ich nicht wirklich viel mit ihnen reden kann. Aber ich verstehe, was sie wollen und kann ihnen dann helfen. Die erste Zeit war Miki die einzige Ansprechpartnerin. Sie übernimmt jetzt auch noch den Großteil der Arbeit, das Erklären und Reden mit den Kindern, aber bei mir läuft es langsam auch immer besser. Mit Miki selbst verstehe ich mich auch sehr gut. Wir arbeiten gut zusammen und können uns auch unterhalten.

Was mich allerdings langsam etwas beunruhigt ist, dass Alice mir noch nicht sagen konnte, wann die Arbeiter in unserem Zimmer fertig sind. Ich bin jetzt schon eine ganze Woche Gast bei Andreea und ihrer Familie. Und ich denke, dass sie langsam genug von mir haben. Ich kaufe und koche zwar mein eigenes Essen und habe sonst nicht viel mit ihnen zu tun, aber ich denke, dass einfach meine Anwesenheit schon etwas störend ist. Ich hoffe wirklich, die Arbeiter werden bald fertig.

Ueberlebenstraining

22.10.07, Andreeas Wohnung
So, dann erzähl ich mal weiter von meiner letzten Woche
Für den Mittwochabend hatte ich mir ein paar Cafes und Kneipen in der Nähe (15 min mit dem Bus und dann noch ein kurzes Stück zu Fuß) aus nem kleinen CityGuide-Heftchen, das ich entdeckt hatte (sehr praktisch!) rausgesucht, die ich erkunden wollte. Als erstes fand ich das Amsterdam Grand Cafe, wo man neben dem normalen Cafe-Angebot auch Antiquitäten, ausländische Secondhand-Bücher, holländischen Käse und andre Spezialitäten kaufen konnte. Das ganze Cafe war ich antikem Stil eingerichtet und alle Möbel, die zum Verkauf standen, befanden sich im Raum, was dem ganzen ein ganz eigenes, gemütliches Flair gab. Das Cafe war sehr groß und offen, aber auch mit kleinen Ecken und wirklich sehr gemütlich. Das Angebot ist auch sehr gut. Ich bestellte eine Heiße Schokolade, die günstig (ca 1,20 euro) und äußerst lecker war. Ich setzte mich an die Theke und beobachtete die Frau dahinter, wie sie die verschiedenen Bestellungen zubereitete. Säfte werden ganz frisch gepresst und das sogar zu günstigen Preisen, alles ist handgemacht und frisch. Gesamteindruck also sehr gut :) Ich schaute mich auch noch etwas in dem Cafe um und nach ner Stunde ging ich dann wieder hinaus in die Kälte der Nacht. Auf dem Heimweg kam ich noch an einem kleinen außergewöhnlichen Laden vorbei, wo ich mir noch ganz tolle Ohrringe kaufte, die jetzt mein ganzer Stolz sind.

Der Weg zu Andreea nach Hause führte mich an meinem Apartmentblock vorbei, also schaute ich mal kurz rein, um zu sehen, ob die Arbeiter in unsrem Zimmer schon angefangen hatten. Und da erwartete mich dann ein Schock. Ich hatte ja einige meiner Sachen in ne Umzugskiste gepackt, mit Klebeband zugeklebt und auf den Gang gestellt. Diese Kiste war nun aufgerissen, die Klamotten, die ich reingepackt hatte, lagen oben drauf und als ich dann reinschaute, merkte ich, dass einige Dinge fehlten. Meine Techniksachen, die ich darin hatte, waren verschwunden. Eigentlich wollte ich die ja mit zu Andreea nehmen, hatte sie dann aber in dem allgemeinen Chaos am Abend davor dann doch in diese Kiste gepackt. Das war echt ein Schock. Das ganze Zeug weg. Webcam und Headset, meine extere Festplatte inklusive aller Kabel, mein Akkuladegerät, meine SD-Speicherkarte... nur mein Handy und meine Digicam hatte ich noch, da ich das immer bei mir hab. Als erstes rief ich Alice an, so mit letzter Hoffnung, dass die Sachen vielleicht doch noch nicht entgültig weg seien. Die war aber eher genervt, weil sie noch in der Uni war und viel zu tun hatte (wie immer...) und meinte nur, dass ich selbst Schuld sei, wenn ich das Zeug auf dem Gang lasse und sonst gab es niemanden, an den ich mich wenden konnte. Da kam ich mir schon ziemlich verloren vor. Auch Andreea konnte mir keinen Tipp geben, was man da machen könnte.
Ja, das war mein Mittwochabend-Schreck gewesen. Am Donnerstag hatte ich mich dann schon wieder etwas davon erholt und schrieb ein paar Mails an Eugenia, an meine Betreuerin in Deutschland, an meine Eltern, an eine andere Deutsche aus Bukarest, die schon länger hier lebt, und fragte, was ich denn da jetzt machen könnte. Am Nachmittag bekam ich dann nen Anruf von Stefanizo, der mir keine Hoffnungen machte, da ich nicht offiziell in dem Apartment wohne und daher nicht zur Polizei gehen kann. Aber er sagte, dass es möglich ist, von Zeit zu Zeit aus den ACTOR-Geldmitteln etwas für mich abzuzweigen, um einen Teil der Sachen zu ersetzen. Alice rief mich dann auch an und erzählte mir, dass sie mit der Verwalterin gesprochen habe, die sich mit mir gegen 4 treffen wollte. Eigentlich war ich zu der Zeit schon auf dem Weg zum Krankenhaus mit Misha, fuhr aber nochmal zurück zu meinem Block, um die Frau zu treffen. Allerdings war sie dann nicht da, sondern nur zwei Putzfrauen, die kein Wort Englisch konnten. Mit der Hilfe zweier Studenten, die für mich dolmetschten erklärte ich ihnen dann, dass ich mit der Verwalterin einen Termin habe und sie sprechen will. Aber da machten sie mir keine Hoffnungen und meinten, die würde erst am nächsten Morgen wieder kommen. Na danke.
Also fuhr ich doch wieder zum Krankenhaus, wo ich mich mit drei anderen Freiwilligen traf und wir zusammen mit einer großen Gruppe jugendlicher Krebskranker eine gute Stunde lang spielten, redeten und bastelten. Die Arbeit in diesem Krankenhaus gefällt mir richtig gut. Da hab ich nicht mit Kleinkindern zutun, sondern mit Jugendlichen von der Pubertät bis 18, mit denen man richtig was anfangen kann und die teilweise auch englisch sprechen. Da hat das nicht mehr so was von Betreuen und Anleiten wie im Kindergarten, sondern eher wie in ner Gruppe von Freunden, viel lockerer und ohne ständig zu Ruhe und Ordnung mahnen zu müssen. Da nach tagelangem Regen endlich mal wieder die Sonne schien und es sehr warm draußen war, setzten wir uns auf den Spielplatz des Krankenhauses und hatten eine lustige Zeit zusammen. Misha und ich machten auch Teamwork. Ich zeigte, wie die Figuren gefaltet werden und Misha erklärte es dazu auf Rumänisch. Klappte ganz gut und ich hatte auch meinen Spaß dabei.
Und was Sonja erfreuen wird, wenn sie mal wieder meinen Blog liest: aus der Gruppe habe ich jetzt zwei Verehrer. Der eine ist ca 15 und der andre 17. Die beiden haben die ganze Zeit getuschelt, in meine Richtung geschaut und sich dann gegenseitig angestoßen. So richtig offensichtlich ;-) Als wir dann gingen haben sie auch bestimmt 20 mal tschüss gesagt und der Jüngere der beiden wollte mir unbedingt noch beim Tragen meiner Tasche helfen. Ich glaub, ich mag das Projekt wirklich ;-)

Am Freitag dann ging ich mit Misha zum ersten Mal zusammen in seinen Kindergarten. Wir hatten zwei Gruppen, eine kleine und eine größere, mit denen wir eine Fantasie-Stadt aus Origami-Häusern bastelten. Mit der kleineren Gruppe machte das auch viel Spaß, da die Kleinen sehr aufgeweckt und kreativ waren. Ständig ging es „Domna Lisa! Asa?“. Domna ist die Anrede für „Frau“, z.B. in der Schule und „asa“ (sprich „ascha“) heißt „so“. Ich antworte dann meistens „Da! Asa! Foarte bine! (heißt: “ja, so! sehr gut!) und wenn es nicht ganz passt, verbessere ich es ihnen, worauf die Kleinen dann mit piepsiger Stimme „mutumesc!“ (heißt „danke“) sagen und ich mit „cu placere“ (heißt „bitte sehr“) antworte. Viel mehr kann ich noch nicht sagen ;-) Aber ich arbeite daran. Da Mikaela nicht soviel Zeit hat, mir Sprachunterricht zu geben, habe ich jetzt jeden Tag einige Seiten aus dem Sprachlernbuch durchgemacht und komme ganz gut voran. Zumindest theoretisch... Ob ichs dann auch anwenden kann ist die Frage. Verstehen tu ich schon recht viel und weiß eigentlich immer, worums etwa geht. Einzelne Worte krieg ich hin, nur selber Sätze bilden klappt noch nicht.

Enttaeuschungen und mehr

21.10.07, Bukarest, Andreeas Wohnung
Hallo, da bin ich wieder :) Hatte ja jetzt ne Weile keine neuen Einträge mehr veröffentlicht. Aber ich nehm mir vor, jetzt wieder regelmäßig zu schreiben. Mal sehen, ob ich das durchhalte :) Ja, also... meine letzte Woche... ist viel passiert und wie ihr am Titel sehen könnt, wohne ich momentan auch woanders.
Aber der Reihe nach. Aus den ganzen Versprechungen vom letzten Wochenende (also dem vorherigen Eintrag hier) ist leider nix geworden. Hat sich dann doch keiner gemeldet. Anscheinend ist das hier immer so. Da kann man tausend Verabredungen haben, aber am Ende meldet sich dann doch keiner. Nicht nur an dem Wochenende, sondern auch heute war das so. Mikaela meinte gestern zu mir, sie würde mich heute anrufen, da sie mir noch was für unser Sprachtraining geben will. Tja... nichts ist passiert. Aber das ist anscheinend normal in Rumänien, so von der Mentalität her. Bisher hab ich noch niemanden kennen gelernt, der auch wirklich zur vereinbarten Zeit am vereinbarten Ort war. Alles ist hier sehr spontan und unorganisiert irgendwie. Da komm ich mir schon manchmal sehr komisch vor.

Da ja die ganzen Verabredungen nichts geworden waren, bin ich dann am Sonntag allein losgezogen zum großen Herastrau Park. War auch wirklich sehr schön und groß, nur ziemlich überfüllt mit Menschen für meinen Geschmack und das Wetter war auch nicht so gut. Regnerisch, kalt und windig. Daher hab ichs nicht lange ausgehalten und bin bald wieder zurück ins Apartment. Langsam wirds draußen richtig ungemütlich.

Am Montag hatte ich dann frei, da sich das Kindergarten-Projekt auf einen anderen Tag verschoben hat. Also ging ich in die große Bukarester Bücherei und schaute mich dort etwas um. Allerdings hatten sie da nicht viel englische Bücher und wenn, dann nur theoretische Literatur für die Unis und nichts, was mich so interessiert hätte. Aber ich fand heraus, dass es ganz in der Nähe eine Bücherei nur für deutsche und slovakische Literatur gibt. Die hab ich nur nicht gefunden ;-) Auf dem Heimweg machte ich noch einen kurzen Umbogen auf den Markt und kaufte ein paar Champignons, die ich mir dann im Apartment mit Zwiebeln und Eiern brutzelte. Hmm... lecker!

Eigentlich sollte ich dann auch an dem Tag mein erstes Sprachtraining mit Mikaela haben. Da gabs nur irgendwie ein Missverständnis, wer wen anrufen sollte (also für mich nicht... ich war mir sicher, dass sie gesagt hatte, sie würde mich anrufen... aber naja... wie ich schon oben geschrieben hab, hier wird das nicht so eng gesehen mit Vereinbarungen), daher fiel es dann aus. Das fand ich sehr schade, da ich mich schon drauf gefreut hatte, endlich mit dem Sprachkurs anzufangen. Jetzt würde es erst am Mittwoch Morgen beginnen.

Am Dienstag hatte ich wieder mein Projekt mit Miki in der Grundschule. Die Kinder brechen immer in lautes Jubelgeschrei aus, wenn sie uns sehen. Vor allem die Erstklässer sind ganz begeistert und einige mutige Kinder geben sich auch Mühe, mit ein paar englischen Brocken mit mir zu kommunizieren. Das macht langsam richtig Spaß, da ich auch nicht mehr nur der Beobachter bin, sondern selber aktiv werden kann. Zwar noch nicht so hundertprozentig, aber doch schon ziemlich :)
Die Viertklässer waren allerdings sehr anstrengend. Da sind ein paar sehr vorlaute Kinder dabei, die auch schon ziemlich viel Ahnung von Origami haben und ständig alles besser wissen und jeden Vorschlag, den wir bringen, totaaaal langweilig finden. *grrr*

Anschließend hatte ich ein Treffen mit Stefanizo, der mir mein Geld für den nächsten Monat geben wollte. Ich brachte ihm auch meine gesammelten Kassenzettel, die ich auch nochmal fein säuberlich auf nem Blockblatt zusammen geschrieben und numeriert hatte, damit auch ja alles seine Ordnung hat. Da war Stefanizo regelrecht von den Socken, als er das gesehen hat. Damit hatte er nicht gerechnet. Von den Freiwilligen vor mir hatte er immer nur ein paar einzelne ungeordnete Kassenzettel bekommen. Ich glaub, ich bestätige hier so einige Klischees über Deutsche ;-)

Am selben Tag bekam ich dann von Alice bzw. der Verwalterin des Studentenblocks die Info, dass am nächsten Tag die Fußbodenarbeiten in unsrem Zimmer beginnen würden. Ich weiß nicht, ob ich davon schon mal geschrieben hab... Falls nicht: jedes Zimmer bekommt einen neuen Holzfußboden und soweit ich weiß auch neue Fließen im Bad. Das ganze dauert eine Woche, in der wir nicht ins Apartment können. Und an dem Abend hatten wir also Zeit, alles vorzubereiten, unsre Sachen zu packen, den Teppich rauszuräumen etc. War ein ziemliches Chaos, da wir zu viert in dem kleinen Apartment waren. Aus einem andren Zimmer, das gerade renoviert wurde, hatten wir einen Kumpel von Alice (Unuz) als Schlafgast und auch die Freundin von Alice, Alexandra, die schon die letzten zwei Wochen bei uns mit im Zimmer war.
Für die kommende Woche hatte mir meine Kollegin Andreea (mit der ich in den Kindergärten Bambi und Military und in einem Krankenhaus zusammen bin) angeboten, bei ihr zu wohnen. Mein Gepäck wollte ich dann am Mittwoch Morgen (also bevor die Arbeiten begannen) zu ihr bringen. Sie wohnt nur drei Busstationen von mir entfernt.
Anschließend wollte ich mich mit Mikaela dann endlich zu unsrem ersten Sprachtraining in nem FastFood-Restaurant in der Nähe treffen. Das klappte dann sogar auch alles so. Mittwoch Morgen gegen neun kam ich mit meinen Sachen bei Andreea an, sie zeigte mir kurz die Wohnung und schon gings für mich weiter zum Treffen mit Mikaela. Wir lernten nur eine Stunde lang, da sie nicht so viel vorbereitet hatte bzw. wir schneller mit dem Stoff durchkamen, da ich das meiste schon wusste. Ich hab ja dieses Sprachlernbuch von Stefanizo und hatte mir das schon ein paar Seiten weit angeschaut, sodass der Stoff mit Mikaela eigentlich nur Wiederholung war. Lief aber trotzdem ganz gut, und wir kamen gut miteinander klar, obwohl wir doch sehr verschiedene Charaktertypen sind.
Anschließend fuhr ich mit dem Bus gleich weiter zum Kindergartenprojekt (Bambi) mit Andreea. Zu den Kindern hier habe ich bisher irgendwie noch keinen Kontakt gefunden. Sie sind noch sehr klein und man muss eigentlich jeden Bastelschritt für sie ausführen. Meistens schauen sie mich nur mit großen Augen und offenen Mündern an, wenn ich ihre Falterei verbessere und vergessen im nächsten Moment, warum sie überhaupt am Tisch sitzen, springen auf und fangen an, mit den umliegenden Bauklötzen zu spielen. Ich weiß ja nicht, ob Origami in dem Alter das richtige ist. Es gibt natürlich auch ganz einfache Origami-Figuren, aber trotzdem finde ich diese Kinder einfach zu jung dafür, da sie ja nicht mal ein Blatt Papier mittig falten können. Aber gut, das habe ich nicht zu entscheiden.
Nach dem Kindergarten gingen wir kurz zu Andreea nach Hause, aßen etwas und fuhren dann wieder mit dem Bus zum nächsten Projekt, dem Krankenhaus. Dort trafen wir uns mit zwei anderen Mädels und gingen dann in ein Zimmer mit drei Kindern, die gebrochene Arme und Beine hatten. In dem Projekt war ich dann aber nur Zuschauer, da die Origami-Figuren schon schwierig waren und ich sie noch gar nicht konnte. Daher hab ich nur versucht, die Figuren selbst zu lernen und beobachtet, wie die anderen mit den Kindern umgehen. War zwar für mich nicht so spannend, da ich ganz passiv war, aber schon ok. Wir hatten auch ein paar Luftballons dabei, mit denen die Kinder spielten und es war eine sehr ausgelassene Stimmung im Zimmer.

Achja, was ich noch erzählen muss, eh ichs wieder vergesse. Ist jetzt schon ne Weile her, aber trotzdem ein sehr einprägendes Erlebnis...
Ich glaube, es war zwei, drei Tage bevor ich vorrübergehend zu Andreea zog. Die Toilette in Alices und meinem Apartment war mal wieder seit Tagen verstopft und der gerufene Klemptner ließ sich Zeit. Es stank fürchterlich und jeder ging nur mit angehaltenem Atem ins Bad. Endlich kam der Klemptner dann doch (der gleiche wie das letzt Mal) und werkelte ne Weile herum, entfernte das Ableitungsrohr und schüttete den ganzen stinkenden und halbvergammelten Inhalt auf den Badezimmerboden. Das Rohr stellte er daneben und ging wieder. Ich wusste nicht so wirklich, was ich machen sollte, da Alice nicht da war und der Klemptner kein Englisch konnte. Aber ich dachte mir, dass er vielleicht in ner Stunde nach ner ausgiebigen Rauchpause (wie das letzte Mal) wieder auftaucht. Aber nichts geschah. Am Nachmittag kam dann Alice ins Apartment und berichtete von ihrer Unterhaltung mit der Verwalterin des Wohnblocks. Wir sollten zuerst den „Dreck“ wegmachen, dann würde der Klemptner vielleicht am nächsten Tag wiederkommen. Solange hatten wir dann auch keine Toilette, da das Ableitungsrohr ja nicht mehr dran war. War schon sehr nervig, immer bei den Nachbarn und Freunden von Alice fragen zu müssen, ob man mal das Klo benutzen kann. Aber wir hatten ja keine Wahl. Die Entfernung des „Drecks“ war auch so ne Sache für sich. Da hätten wir echt ne Gasmaske und Sichtschutz gebraucht... Echt übel. Tapfer und uns in unser Schicksal fügend wickelten wir uns parfümierte Schals um Nase und Mund und machten uns mit Schaufel, Handbesen und ner großen Tüte ans Werk. Das war vielleicht ekelhaft! Zwischendurch mussten wir mehrmals Pause machen und uns ans Fenster stellen, da Alice schlecht wurde. Sie hatte den Job mit Schaufel und Besen. Ich war zum Glück nur der Tütenhalter. Aber schließlich hatten wir es geschafft und spritzten mit dem Duschkopf den Boden sauber. Was man hier nicht alles erlebt... Allerdings kam dann der Klemptner nicht am nächsten Tag, um die Toilette wieder in Gang zu bringen. Und auch nicht am Tag darauf. Ich weiß nicht, ob es mittlerweile gemacht wurde, da ich seitdem bei Andreea bin, aber ich hoffe es einfach mal. Der Boden und die Wände im Bad werden ja auch neu gefliest. Es kann also nur besser werden.

13. Oktober 2007

ankuendigung

vielleicht ist euch aufgefallen, dass ich jetzt die eintraege der verschiedenen tage immer gesammelt online stelle. das internet funktioniert naemlich nicht so wirklich, deswegen brenne ich die geschriebenen artikel auf cd und geh damit an nen andren pc, um sie dort online zu stellen (an dem pc funktioniert kein usb-stick....).
deswegen kann es sein, dass laenger mal kein neuer eintrag von mir kommt.
ueber mails und kommentare freue ich mich aber trotzdem :)

lg
lisa